Demecan: Cannabis vom ehemaligen Schlachthof

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Berlin - Demecan ist das einzige deutsche Unternehmen, das im Auftrag des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) medizinisches Cannabis für den hiesigen Markt anbauen darf. Nur eine eigene Anlage hatte das Berliner Start-up noch nicht. Das hat sich jetzt geändert: Demecan hat die Produktionsanlage des kanadischen Cannabiskonzerns Wayland gekauft.

Wo einst Schweine und Rinder zerteilt wurden, wächst künftig ein Kraut für deutsche Patienten: Demecan hat einen ehemaligen Schlachthof in der Nähe von Dresden gekauft. Die Berliner sind mit der Anlage bereits vertraut, bisher hatten sie sie in Teilen vom kanadischen Cannabiskonzern Wayland gemietet und Umbauten vorgenommen, um den hohen Sicherheits- und Qualitätsanforderungen an die Produktion von medizinischem Cannabis gerecht zu werden. Wayland wollte dort eigentlich Nutzhanf anbauen, ging aber Ende vergangenen Jahres pleite. Die Insolvenzverwalter versuchen seitdem, die Reste des Konzerns noch zu Geld zu machen – und Demecan hat einen Teil des Tafelsilbers abgegriffen.

Die 30.000 Quadratmeter große Betriebsstätte sei das wichtigste europäische Asset von Wayland gewesen, so das Unternehmen. Künftig werde es die größte Indoor-Cannabisproduktionsstätte Europas sein. Mit automatisierten Anbaumethoden sollen die Cannabispflanzen in der speziell für Betäubungsmittel hergerichteten und gesicherten Produktionshalle unter künstlicher Beleuchtung nach pharmazeutischen Produktstandards angebaut und weiterverarbeitet werden. Computergesteuerte Wachstumsbedingungen sollen dabei eine gleichmäßige Blütenqualität sicherstellen, sodass Qualitätsschwankungen ausgeschlossen werden.

„Die Produktionsstätte bietet den nötigen Raum für unseren weiteren Wachstumskurs“, sagt Demecan-Geschäftsführer Dr. Adrian Fischer. „Dort können wir nicht nur bei Bedarf schnell und effizient erhebliche Mehrmengen an Cannabisblüten produzieren und damit den gesamten deutschen Markt versorgen, sondern diese auch zu anderen Darreichungsformen, wie zum Beispiel Cannabisextrakten, weiterverarbeiten.“ Auch Forschung zu Einsatz und der Wirkung von medizinischem Cannabis sei in der Produktionsstätte möglich. „Damit wird die Anlage das Fundament, um zum führenden Hersteller von medizinischen Cannabisprodukten in Deutschland und Europa zu werden.”

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