Apomondo: Apotheker entwickeln kostenloses Telepharmazie-Portal

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Das soll sich nach Schlenks Darstellung ganz einfach gestalten: Technisch sei der Telepharmaziedienst in den allermeisten Apotheken problemlos nutzbar, denn es braucht lediglich einen internetfähigen Rechner. Auf der Apomondo-Homepage muss sich die Apotheke lediglich eintragen und freischalten lassen. Dazu ist allerdings die Betriebserlaubnis notwendig, um sich als Apotheke auszuweisen. Auf Anfrage stellt Apomondo eine Gebrauchsanweisung und Betreuung bei der Einrichtung per E-Mail oder Telefon zur Verfügung.

Die Apothekenmitarbeiter können dann mit den Patienten Telepharmazie-Sprechstunden vereinbaren. Der Patient erhält einen Einwahlcode für eine Videosprechstunde auf der Apomondo-Seite. Der Dienst ist am Netz, knapp 100 Apotheken seien bereits angemeldet und nutzen ihn – auch Schlenk selbst. „Es funktioniert sehr gut und die Menschen, die es ausprobiert haben, fanden es auch großartig“, sagt sie. So habe sie beispielsweise einen Patienten gehabt, der Beratung zur Anwendung eines Asthmasprays benötigte. Derartige Beratungsleistungen ließen sich ausgezeichnet per Telepharmazie erledigen: Schlenk erklärte ihm nicht nur, wie es funktioniert. „Umgekehrt – und das ist noch wichtiger – konnte mir der Patient auch zeigen, wie er das Asthmaspray anwendet, und ich sehe dann, ob er Fehler macht“, erklärt sie. „Das unterscheidet uns von YouTube.“

Aber auch komplexere Beratungsdienstleistungen könnten problemlos über die Seite erfolgen, erklärt Schlenk: So können auch AMTS-Projekte wie ATHINA oder ARMIN eingebunden werden. Der Apotheker analysiert einen Medikationsplan und bespricht ihn dann online mit dem Patienten. Ebenso gäbe es in der Prävention sehr viele Anknüpfungspunkte wie die Förderung der Herzgesundheit oder Diabetesberatung mit strukturierten und evaluierten Programmen der Apotheker wie Glicemia. „Auch von den Kassen zu honorierende Leistungen können über die Telepharmazie abgebildet werden“, versichert Schlenk mit einem Blick auf die Debatte um die pharmazeutischen Dienstleistungen. „Es kann ja grundsätzlich minutenweise oder pro Beratungsfall abgerechnet werden. Wir haben dann auch die notwendigen Tools zur Verfügung und sind da offen für alle Angebote vonseiten der Kassen.“

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