Umstrittene Ansichten zur Corona-Krise

Lauterbach: „Wodarg redet blanken Unsinn“ Tobias Lau, 18.03.2020 11:47 Uhr

Steile Thesen: Dr. Wolfgang Wodarg sorgt gerade mit umstrittenen Äußerungen zur Corona-Krise für Aufsehen.

Berlin - Derzeit geht ein Video des ehemaligen SPD-Gesundheitspolitikers Dr. Wolfgang Wodarg viral: Der Pneumologe und ehemalige Amtsarzt wirft darin der Politik vor, Panik zu befeuern wegen eines eigentlich wenig gefährlichen Virus, gemeint ist Sars-CoV-2. In seiner Argumentation nimmt er Anleihen bei Verschwörungstheoretikern und fällt bei etablierten Wissenschaftlern durch. Auch seinen Parteikollegen sind Wodargs Äußerungen offensichtlich unangenehm.

Wodarg ist so etwas wie der Thilo Sarrazin der Gesundheitspolitik: Er gehört eigentlich zum SPD-Establishment, macht sich jedoch mit steilen, teils unhaltbaren Thesen viele Feinde – und wird damit zum Problem für seine Partei. Wodarg hat mit seiner Einschätzung der aktuellen Krisenpolitik im Internet für ziemlich viel Wirbel gesorgt, Hunderttausende haben seine Videos gesehen, er soll gar Teil einer „investigativen 90-Minuten-Dokumentation“ über die Coronakrise werden, die deren Macher derzeit über Crowdfunding zu finanzieren versuchen.

Das dürfte auch daran liegen, dass Wodarg es – ebenso wie Sarrazin – versteht, ein diffuses Unwohlsein vieler Menschen aufzugreifen und mit scheinbar wissenschaftlich validen Fakten und Zahlen argumentativ zu untermauern. Wie Sarrazin kommen ihm dabei seine bisherigen Meriten zugute: Wodarg ist selbst Lungenarzt, hat gar als Amtsarzt das Gesundheitsamt in Flensburg geleitet, bevor er für die SPD in den Bundestag eingezogen ist. Dort war er bis 2009 ein angesehener Gesundheitspolitiker der Partei. Schon damals fiel er allerdings mit abwegigen Meinungen auf: 2009 stellte er sich einsam gegen eine Impfung gegen die damals grassierende Schweinegrippe. Er warnte vor einer künstlich erzeugten Pandemie-Panik und unterstellte der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und Gesundheitsbehörden, auf karrieregeile Wissenschaftler und die Pharmalobby gehört zu haben.

Ähnlich sieht es Wodarg heute bei der Sars-CoV-2-Pandemie. Er sieht die aktuelle Pandemie als „Hype“, von dem er dachte, „er geht bald wieder vorbei“. Jenem Hype liege keine außergewöhnliche Gesundheitsgefahr zugrunde, argumentiert Wodarg dabei. Vielmehr habe es den jetzt Sars-CoV-2 getauften Erreger wohl schon seit längerem gegeben, er sei nur erst jetzt durch einen vom Charité-Virologen Professor Dr. Christian Drosten entwickelten Test erkannt wurden. Coronaviren würden sich nachweislich bei jeder Grippe-Epidemie auch verbreiten, jedoch keine erhöhte Sterblichkeit verursachen. Das Auftreten des Virus sei ein normales Phänomen, das ohne des Test gar nicht aufgefallen wäre.

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