AstraZeneca für Praxen: Neuer Ärger droht

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Berlin - Die Apotheken können sich auf neue Diskussionen mit ihren Arztpraxen einstellen. Denn in dieser Woche fallen die gelieferten Mengen des Covid-19-Impfstoffes von AstraZeneca je nach Hauptlieferant sehr unterschiedlich aus.

Von Vaxzevria werden für diese Woche rund 865.000 Dosen für die Arztpraxen bereitgestellt. Die Apotheken werden jedoch nicht gleichermaßen mit dem Impfstoff versorgt: Die Bestellungen der Vertragsärzte für die Zeit vom 17. bis 21. Mai werden teilweise mit sehr unterschiedlichen Mengen beliefert werden. Grund sind rund 465.000 Altbestände des Impfstoffes, die sich sehr unterschiedlich auf die einzelnen Großhändler verteilen.

Dadurch könnten die Apothekenangestellten erneut in Erklärungsnot geraten. Denn die Ärzt:innen tauschen sich erfahrungsgemäß untereinander über die Anzahl der bestellten und tatsächlich gelieferten Impfstoffdosen aus. Oftmals wird in der Offizin nachgefragt, warum die Kolleg:innen mehr erhielten. Apotheker und PTA können jedoch nur das liefern, was ihnen von den Großhändlern zugesagt wird. Diese wiederum erhalten Vorgaben vom Bund.

Dazu kommt, dass wegen der Aufhebung der Priorisierung für Vaxzevria die Nachfrage nach dem Vakzin steigt. Auch die Möglichkeit für Ärzt:innen, den Termin für die Zweitimpfung in Abstimmung mit dem Patienten zwischen vier und zwölf Wochen zu wählen, führt zu einer verstärkten Nachfrage nach dem Impfstoff.

Für die KW 21 sieht die angekündigte Liefermenge von Vaxzevria noch schlechter aus. Der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) zufolge werden voraussichtlich etwa 600.000 Dosen erwartet. Zudem sollen die Praxen vom 25. bis 30. Mai rund 1,6 Millionen Impfstoffdosen von Biontech und erstmals etwas mehr als 500.000 Dosen von Johnson & Johnson (J&J) erhalten. Mit dem neuen Impfstoff bleibt die Gesamtmenge etwa auf dem Niveau der Vorwoche.

Für Juni hat das Bundesgesundheitsministerium (BMG) laut KBV erheblich mehr Impfstoff angekündigt. Dann sollen wöchentlich mehr als fünf Millionen Impfstoffdosen bereitgestellt werden, die durch die Haus- und Fachärzte sowie voraussichtlich ab 7. Juni auch durch die Betriebs- und Privatärzte verimpft werden können. Deutlich mehr Impfstoff wird vor allem von Biontech erwartet.

 

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