Impfzubehör: Puffer wird erhöht

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Berlin - Das Impfzubehör bereitet Apotheken zusätzlich zur Impfstoffversorgung mitunter Sorgen. Die Apotheken erhalten von ihren Großhändlern separat Spritzen und Kanülen geliefert. Das Auseinzelnen müssen die Angestellten selbst übernehmen, nicht immer geht die Rechnung auf. Nachdem die Pakete für drei Wochen nur einen Puffer von 10 Prozent der bestellten Menge enthielten, wird jetzt wieder erhöht.

Das gelieferte Zubehör für die Covid-19-Impfungen enthält unter anderem Spritzen, Kanülen und NaCl-Lösung. Je nach Impfstoff fällt das Gebrauchsmaterial unterschiedlich aus. Mit einem Plus von 20 Prozent sollen Praxen mehr erhalten, als für Rekonstitution und Applikation der Impfstoffe notwendig ist.

Nur in KW 18, 19 und 20 wurde ein Aufschlag von 10 Prozent geliefert. Diese Kürzung brachte manche Apotheken in Bedrängnis. Ein Berliner Apotheker etwa versorgt eine Praxis, die aus einem Vial Comirnaty nicht einmal sechs Dosen herausbekommt. Da bleibt naturgemäß Zubehör übrig. Dieses wiederum sicherte sich die Apotheke, um es anderen Praxen anzubieten, die zu wenig hatten. Ab der KW 21 erhalten Apotheken vom Großhandel wieder die gewohnten 20 Prozent mehr.

Ein Beispiel: Für die Rekonstitution von Comirnaty bedeutet das beispielsweise, dass für ein Vial zwei Einmalspritzen à 2 ml geliefert werden. Für sechs Vials wären es acht Spritzen. Gerundet wird immer auf die nächste vollständige Zahl. Zur Applikation sind pro Vial acht Feindosierungsspritzen à 1 ml vorgesehen, für drei Vials wären es 22 Spritzen.

Die Beschaffung des Impfzubehörs übernimmt – anders als bei den Vakzinen – nicht der Bund. Die Großhändler müssen es über den freien Markt einkaufen. Der Aufwand ist nicht nur wegen der Angebotseinholung und fehlenden Lieferplanung hoch. Das Material muss auch händisch kommissioniert werden. Das Impfzubehör sei ein knappes Gut, sagt Carla Dortmann vom Privatgroßhändler Krieger. „Wir liefern daher hier strikt nach den Vorgaben der Verbände.“ Jede Apotheke erhält aus Koblenz das Zubehör für die gesamte Bestellung in einer Tüte. Die erneute Vereinzelung beziehungsweise Verteilung auf die Arztbestellung erfolgt in der Apotheke.

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