Apothekenteams sehen Silberstreif – aber ...

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Berlin - Ab Juni kommt endlich mehr Impfstoff nach Deutschland, allerdings stehen auch die Ferien an. Auch Ärzt:innen wollen mit ihren Familien in den Urlaub fahren – ohne Vertretung in der Praxis müssen die Zweitimpfungen in dieser Zeit organisiert werden. In den Apotheken rechnet man mit Komplikationen. Doch es gibt vor allem Hoffnung, dass ein Ende der Pandemie in Sicht ist.

Bei einer aktuellen Umfrage von aposcope gaben 51 Prozent der Apotheker:innen und PTA an, dass Corona-Zweitimpfungen wegen des anstehenden Praxisurlaubs schwierig werden könnten. Umgekehrt rechnen 43 Prozent nicht mit Problemen. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat bereits Vorgaben dazu gemacht: Demnach darf die Vertretungspraxis die Impfungen übernehmen; sie muss bei ihrer Apotheke den dafür benötigten Impfstoff separat bestellen.

So gesehen sind die Zweitimpfungen eine Sache der Organisation. Viele Menschen, die sich derzeit impfen lassen wollen, achten ohnehin darauf, dass der Termin zur Verabreichung der zweiten Dosis nicht mit ihren eigenen Urlaubsplänen kollidiert. Vor allem in den Imfpzentren sorgen besondere Terminwünsche gerade bei der zweiten Impfung derzeit für Ärger. Die Städte und Landkreise kündigen an, dass sie es nicht akzeptieren werden, wenn jemand einfach nicht zu der Zweitimpfung erscheine. Dies kann für die Betroffenen dann auch weitreichende Folgen haben: Nach Angaben des bayerischen Gesundheitsministeriums muss sogar damit gerechnet werden, dass diejenigen keinen neuen Termin für die zweite Impfungen bekommen.

Unabhängig davon ist die Erleichterung über die sinkenden Inzidenzwerte und die zunehmende Zahl an Impfungen auch bei den Apothekenteams groß. Dass sich das Coronavirus in den nächsten Wochen weiter massiv ausbreiten wird, glauben nur 30 Prozent der Befragten – vor vier Wochen waren es noch 80 Prozent. Entsprechend sind nur 20 Prozent der Meinung, dass die Zahl der täglichen Neuinfektionen ihren Höhepunkt noch nicht erreicht hat, verglichen mit 79 Prozent im April. Einen erneuten Anstieg der Infektionskurve fürchtet aktuell jede:r Zweite, zuletzt waren es 86 Prozent.

Das Ende der Corona-Pandemie ist in Sicht, finden 46 Prozent der Teilnehmer:innen. 48 Prozent denken das allerdings nicht. Und dass schon die Sommerferien gerettet sind, glauben 37 Prozent, 52 Prozent sehen das nicht so. Auch die Politik kann sich freuen: Dass die Pandemiebekämpfung im internationalen Vergleich gut ist, finden immerhin 53 Prozent. Zuletzt waren es mit 38 Prozent noch deutlich weniger.

86 Prozent der Apotheker:innen und PTA wollen sich selbst impfen lassen. Drei von vier Befragten wollen alles dafür tun, dass sich möglichst viele Kunden der Apotheke impfen lassen. Beide Werte sind weitgehend unverändert. Und große Zustimmung erhält mit 86 Prozent die Freigabe der Impfstoffe von AstraZeneca und Johnson & Johnson für unter 60-Jährige.

An der aposcope-Umfrage nahmen am 11. und 12. Mai insgesamt 301 verifizierte Apotheker:innen und PTA teil.

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