DocMorris eröffnet Arzneimittelautomat | APOTHEKE ADHOC
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DocMorris eröffnet Arzneimittelautomat

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Berlin -

Im baden-württembergischen Hüffenhardt können Patienten ihre Medikamente jetzt am Automaten von DocMorris holen. Das Terminal ist seit gestern in Betrieb, auch Rezepte können eingelöst werden. Rx-Boni werden nicht gewährt – aus rechtlichen Gründen. Das Regierungspräsidium hat lediglich eine Anzeige erhalten und will den Fall nun prüfen.

In den Geschäftsräumen der 2015 geschlossenen Brunnen-Apotheke können sich Kunden per Videochat von pharmazeutischen Mitarbeitern in Heerlen beraten lassen. Optional kann der Bildkontakt ausgeblendet werden. Die Apotheker und PTA am Sitz der Versandapotheke können Medikamente freigeben, die dann vom Automaten ausgegeben werden. Kontrolliert wird die Packung ebenfalls per Videoübertragung. Auch Rezepte können am Terminal eingelöst werden. „Die ersten Kunden waren schon da“, sagt ein DocMorris-Sprecher.

Vor Ort sind sogenannte „Welcome-Managerinnen“ präsent und stehen den Interessenten mit Rat und Tat zur Seite. Sie nehmen die Kunden in Empfang, zeigen ihnen die Beratungskabine und holen die erforderlichen Unterschriften für die Datenverarbeitung ein. Außerdem helfen sie am Kassenterminal.

Der Automat hat dem Sprecher zufolge 8000 Lagerplätze, 500 Medikamente können gekühlt gelagert werden. Auch wenn nur ein schmales Sortiment für die Akutversorgung vorrätig gehalten werde, könnten die Rabattverträge bedient werden, so der Sprecher. Nachgefüllt wird bei Bedarf, wer die Ware bringt, wollte der Sprecher nicht verraten. Auch zum Automaten wollte er keine Angaben machen. Die Technik für die Telekommunikation kommt von der Telekom, die seit zwei Jahren auch den Livechat via Website unterstützt und auch beim Apothekenbus vor vier Jahren mit an Bord war.

Rechtlich sieht sich DocMorris auf der sicheren Seite. Man habe das Konzept prüfen lassen, so der Sprecher. Mehr über die Position will er nicht verraten; dass keine Rx-Boni gewährt werden, könnte ein Fingerzeig sein, dass es um mehr geht als eine „Spielart des Versandhandels“. Möglicherweise vertritt man in Heerlen den Standpunkt, dass die Abgabe vom Apotheker in den Niederlanden verantwortet wird und die Ausgabe wie ein Abholfach zu bewerten ist.

2010 hatte das Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) ein Abgabeterminal von Rowa mit dem Namen Visavia verboten, weil das Rezept im Moment der Abgabe nicht im Original vorlag und entsprechend nicht abgezeichnet werden konnte.

DocMorris hat die Lagerung von Medikamenten bei den Regierungspräsidien in Tübingen und Karlsruhe angezeigt und laut Sprecher dann mit der Befüllung des Automaten begonnen. Tatsächlich hat die Aufsicht bislang nur Kenntnis davon, dass in Hüffenhardt Medikamente gelagert werden. In den nächsten Tagen werde man sich vor Ort ein Bild machen, sagte ein Sprecherin des Regierungspräsidiums in Karlsruhe. Gehe das Geschehen über die Lagerung hinaus, werde man sehen müssen, inwieweit dies mit den gesetzlichen Bestimmungen in Einklang zu bringen sei.

Bereits Anfang 2016 hatte sich DocMorris in den Geschäftsräumen der im März 2015 geschlossenen Brunnen-Apotheke eingemietet. Bürgermeister Walter Neff war bereits Ende 2014 von der Versandapotheke angesprochen und mit der Idee konfrontiert worden. Der ergriff die Chance, hatte keine Bedenken. Damals zeichneten sich die Probleme bei der Suche nach einem Nachfolger für die Apotheke im Ort ab. Eigentlich wollte DocMorris den mit Spannung erwarteten Arzneimittelautomaten bereits vor Weihnachten feierlich einweihen.

Auf Ablehnung stieß das Projekt im Vorfeld auch bei Gesundheitsministerin Katrin Altpeter (SPD) sowie deren Nachfolger Manfred Lucha (Bündnis 90/Die Grünen): „Im vorliegenden Fall ist eher die Gefährdung bestehender und funktionierender Strukturen zu befürchten“, ließ er schon im vergangenen Sommer ausrichten. Außerdem sah das Ministerium in Hüffenhardt keinen Versorgungsengpass.

Vor einem Jahr hatte die Kammer eine neue Rezeptsammelstelle genehmigt, die von zwei Apotheken aus den benachbarten Ortschaften betrieben wird. Der Briefkasten wurde nur 50 Meter entfernt vom DocMorris-Lokal installiert.

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