Hüffenhardt

Rezeptsammelstelle gegen DocMorris-Automat

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Berlin -

Lange Zeit haben Apotheker die Ortschaft Hüffenhardt in Baden-Württemberg links liegen gelassen. Die ehemalige Apotheke ist verwaist. Ein Nachfolger fand sich nicht. Daher plant DocMorris, im Sommer in der leerstehenden Offizin einen Arzneimittelautomaten aufzustellen. Das sorgte für Aufsehen und jetzt für eine Gegenreaktion: In Kürze wird es eine Rezeptsammelstelle in der 2000-Seelen-Gemeinde geben.

Nach Angaben der Landesapothekerkammer Baden-Württemberg (LAK) gab es seit Bekanntwerden der DocMorris-Pläne plötzlich mehrere Anträge auf Genehmigung einer Rezeptsammelstelle in Hüffenhardt. Nach Sichtung der Angebote soll jetzt in Kürze die Entscheidung fallen. Den Zuschlag werden zwei Apotheken aus der Umgebung erhalten, die im Wechsel die Rezeptsammelstelle betreiben wollen. Um welche beiden Apotheken es sich handeln wird, verrät die LAK noch nicht. Nur so viel: „Die Rezeptsammelstelle wird zeitnah genehmigt.“

Ob die Rezeptsammelstelle den DocMorris-Plänen in die Quere kommt, ist offen. Hüffenhardts Bürgermeister Walter Neff jedenfalls ist von der neuen Entwicklung überrascht: „Davon weiß ich noch nichts.“ In einem früheren Brief habe die Apothekerkammer lediglich allgemein auf die Möglichkeit einer Rezeptsammelstelle hingewiesen. „Ich weiß nicht, was das jetzt soll“, so Neff. Mit DocMorris liefen die Vorbereitungen zur Mietvertragsunterzeichnung unverändert weiter.

Kritische Post erhalten hat Bürgermeister Neff auch vom Landessozialministerium über den Umweg des Landeswirtschaftsministeriums. Dort hatte man sich nach der Möglichkeit der Förderung des DocMorris-Projekts in Rahmen eines Digitalisierungs-Programms der Landesregierung erkundigt. Das Sozialministerium hält dies für problematisch, weil Rezepte grundsätzlich direkt beim Apotheker eingelöst werden müssten, so Neff. Das entspreche der Argumentation der Landesapothekerkammer.

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