Gesundheitsversorgung

Deutsche Bahn träumt vom Apothekenbus

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Berlin -

Vor drei Jahren schreckte die CDU die Apotheker mit Plänen für einen Apothekenbus auf. Dann sorgte DocMorris mit einem grünen Prototyp für Aufregung. Jetzt steigt mit der Deutschen Bahn (DB) ein ernstzunehmender Großkonzern in die Debatte ein: Mit neuen Medibussen will die DB-Tochter DB Regio die medizinische Versorgung ländlicher Regionen aufmischen. Nachgedacht wird beim ehemaligen Staatskonzern auch über einen Apothekenbus. „Da gibt es ebenfalls eine Lücke“, so Projektleiter Sven Kohoutek von DB Regio zu APOTHEKE ADHOC.

An den Start gegangen ist der neue Service „Gesundheitsmobilität“ in diesen Tagen bereits mit einem Prototyp des Medibusses für betriebliche Gesundheitsversorgung von Firmen auf dem Land. Und in Hessen arbeitet DB Regio bereits an einer Kooperation mit den dortigen Kassenärzten. „Manchmal muss der Arzt zum Patienten kommen. Dafür hat DB Regio Bus frühere Linienbusse zu vollausgestatteten mobilen Arztpraxen umgebaut“, heißt es. Die neuen Gesundheitsbusse könnten je nach Bedarf für die hausärztliche und betriebliche Gesundheitsversorgung sowie Informationsveranstaltungen zum Thema Gesundheit angemietet werden.

Darüber hinaus bietet DB Regio Bus auch eine „kleine agile Variante“ der mobilen Praxis an. Diese wird aktuell bereits für die Versorgung von Flüchtlingen im Herzogtum Lauenburg eingesetzt, ist aber auch für die anderen Einsatzbereiche ausgestattet. Außerdem verfüge DB Regio Bus über gut ausgebildetes Personal und moderne barrierefreie Kleinbusse, mit denen Patientenfahrten aller Art ohne medizinische Betreuung sicher und zuverlässig durchgeführt werden könnten.

Auch einen „Apothekenbus“ hat Kohoutek bereits ins Auge gefasst: „Es wäre gut, das Thema Medibus mit einem Apothekenbus zu kombinieren.“ Bei der Arzneimittelversorgung auf dem Land gebe es schließlich vergleichbare Probleme wie bei den Ärzten. Allerdings ist sich der Projektleiter nach ersten Kontakten mit der Apothekerschaft der Umsetzungsprobleme bewusst: „Rein rechtlich gibt es viele große Baustellen. Da müssen wir noch dicke Bretter bohren.“

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