Alpenpanorama für Arzneimitteldrohne | APOTHEKE ADHOC
Pharmalogistik

Alpenpanorama für Arzneimitteldrohne

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Berlin -

Die Deutsche Post setzt weiter auf die automatische Zustellung von Arzneimitteln per Drohne. Beim aktuellen dreimonatigen Test in den Chiemgauer Alpen in Bayern stand eine speziell entwickelte Packstation im Mittelpunkt. Privatkunden konnten ihre Pakete von dort selbst versenden und empfangen. Auch der Paketkopter wurde weiterentwickelt.

DHL hat in der Gemeinde Reit im Winkl und auf der Winklmoosalm eine Packstation installiert. Dort konnten Verbraucher von Januar bis März die von der Drohne gelieferten Päckchen abholen oder für den Versand per Drohne abgeben. Ein Mitarbeiter war am sogenannten Parcelcopter SkyPort als Ansprechpartner präsent. Insgesamt hat es laut DHL 130 Be- und Entladungen gegeben.

Geliefert wurden laut DHL eilige Arzneimittel sowie kurzfristig benötigte Sportartikel wie Skibrillen. Verschreibungspflichte Medikamente seien nicht verschickt worden, sagt eine DHL-Sprecherin. Die Apothekenware wurde von der Pankratius-Apotheke in Reit im Winkl bereit gestellt. Die Traglast der dritten Generation des Fluggeräts – ein Kippflügler – wurde im Vergleich zum Test auf der Nordseeinsel Juist von 1,2 auf 2 Kilogramm verbessert. Die Drohne könne zudem eine größere Distanz zurücklegen und Kunden in einer Bergregion unter anspruchsvollen meteorologischen und geographischen Bedingungen beliefern. Die Reisegeschwindigkeit wurde von 43 auf 70 km/h erhöht.

Vom Tal bis zur Alm auf rund 1200 Meter Höhe legte der Paketkopter pro Strecke eine Distanz von acht Kilometern zurück. Er überwand eine Höhendifferenz von 500 Metern. Die Medikamente konnten laut DHL innerhalb von acht Minuten geliefert werden – eine Abholung mit dem Auto hätte demnach im Winter mehr als 30 Minuten gedauert. Zunächst habe es Probleme angesichts wechselnder Wetterbedingungen und Temperaturschwankungen gegeben. Diese seien behoben worden.

„Wir sind weltweit die ersten, die eine Transportdrohne – bei uns der Paketkopter – für einen Endkundenzugang einsetzen können“, sagt DHL-Vorstandsmitglied Jürgen Gerdes. Mit dieser Kombination aus vollautomatisierter Be- und Entladung des Fluggeräts, erweiterter Flugdistanz und Traglast seien alle technischen und prozessualen Verbesserungen erreicht, um die Drohne langfristig auch im urbanen Raum zu erproben.

Für das Projekt musste das Bundesverkehrsministerium (BMVI) ein Flugbeschränkungsgebiet einrichten. Das Luftamt der Regierung von Oberbayern erteilte die erforderlichen Flugaufstiegsgenehmigungen. In den kommenden Monaten wird DHL Paket die Daten gemeinsam mit der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen (RWTH) auswerten. Im Anschluss soll über mögliche weitere Testgebiete entschieden werden.

DHL feilt bereits seit Jahren an der Paketzustellung per Drohne: Ende 2013 wurden in Bonn Erkältungsmittel per Drohne über den Rhein verschickt. Damals war noch nicht geplant, das Fluggerät im regulären Betrieb einzusetzen. Im Herbst 2014 transportierte ein Paketkopter Medikamente von der niedersächsischen Hafenstadt Norden zu einer Apotheke auf der Nordsee-Insel Juist.

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