Drohne liefert Arzneimittel in den Park

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Berlin - Zukunftsmusik beim Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller (BAH). Demographie, Digitalisierung, Zunahme chronischer Erkrankungen und Urbanisierung erzwingen Veränderungen in der Arzneimittelversorgung. Die Selbstmedikation wird aus Sicht des BAH einen höheren Stellenwert erlangen. Bei den Patienten bedingt dies eine höheres Maß an Gesundheitskompetenz und bei Ärzten und Apothekern mehr Beratungsleistungen. Und die Digitalisierung sorgt für neue Vertriebswege: In den USA werden OTC-Arzneimittel bereits per Drohne über dem Patienten im Park abgeworfen.

Ein Ausblick in die Zukunft der Arzneimittelversorgung gab zum Auftakt der Veranstaltung „BAH im Dialog“ Zukunftsforscherin Corinna Mühlhausen. Vier Mega-Trends werden danach auch das Gesundheitswesen dominieren: Die Digitalisierung fördert die Nachfrage nach individuellen Gesundheitsangeboten. In den Vordergrund des Patienteninteresses rücken Wohlbefinden, Leistungsfähigkeit, aber auch Schönheit. Derzeit gibt es weltweit bereits 100.000 bis 200.000 Apps mit unterschiedlichen Angeboten zu Sport, Ernährung und Medikationsanalysen. Immer neue Angebote werden die Nachfrage nach individuellen Lösungen forcieren.

In den USA sorgt eine App laut Mühlhausen bereits für die Lieferung von OTC-Arzneimitteln per Drohne: „Das Arzneimittel wird per GPS-Ortung über dem im Park wartenden Patienten abgeworfen.“ Im Fachjargon wird das „situation based services“ genannt. In Großbritannien arbeitet ein Kaffeeautomat per Gesichtserkennung, misst den Body-Mass-Index (BMI) der Kunden und gibt Empfehlungen zur Zuckerdosierung. In der Entwicklung befinden sich „Food-Tracker“, die die Essgeräusche erkennen und analysieren und daraus Ernährungsempfehlungen ableiten. In Russland wirbt eine Bank mit dem Slogan „healthy is the new wealthy“ um Kunden, deren Gesundheitszustand über die Höhe der Kreditzinsen entscheidet – je gesünder desto niedriger.

Das alles sind Trends, die laut Mühlhausen den Gesundheitsmarkt revolutionieren. „Das Smartphone wird zur Schnittstelle“ für die Gesundheitsversorgung. Es sammelt Gesundheitsdaten, beispielsweise über Socken mit eingebauten Sensoren (gibt es schon) oder über Blutzuckerdaten. Aber wie können die Patienten mit der Datenfülle umgehen? „Selbstbestimmtheit ist die neue Lebensqualität“, glaubt Mühlhausen und empfiehlt Apothekern und Ärzten dringend zum Aufbau einer Online-Anlaufstelle für alle medizinischen Fragen. Der Online-Doktor oder Online-Apotheker könne und müsse als Erstkontakt die heilberufliche Einordnung vornehmen.

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