Hausarztmangel

Medibus fährt übers Land APOTHEKE ADHOC, 11.10.2017 14:19 Uhr

Berlin - Nach einjähriger Vorbereitung nimmt der Medibus in Hessen demnächst seine Tour auf: In der dünnbesiedelten Region Bad Hersfeld/Rotenburg in Nordhessen soll der Bus ab Januar 2018 die Patienten besser versorgen. Dort wirkt sich nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) der Hausarztmangel bereits jetzt deutlich aus. Die genaue Route des Busses liegt noch nicht fest. Er soll pro Tag zwei Stopps einlegen.

Die KV Hessen ist für das Modellprojekt eine Kooperation mit der DB Regio eingegangen und mietet für eine zweijährige Pilotphase den Medibus von der Deutsche-Bahn-Tochter. Dazu KV-Vorstand Dr. Eckard Starke: „Der Medibus soll die niedergelassenen Hausärzte da verlässlich unterstützen, wo diese an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen und durch Praxisaufgaben von Kollegen nicht noch mehr Patienten zu ihrem bereits großen Patientenstamm übernehmen können. Wir wollen damit die wohnortnahe Patientenversorgung sicherstellen.“

Im April 2017 gab es in Rotenburg an der Fulda bereits eine Auftaktveranstaltung für die Hausärzte der Region. Viele Folgegespräche wurden seitdem geführt und als nächstes wird die KV Hessen auf die Bürgermeister in der Region zugehen, um sich mit ihnen auf geeignete Busstandorte zu verständigen. „Wir planen, dass der Medibus pro Tag zwei Standorte anfährt. Seine Route und seine Haltstellen werden wir in den nächsten Wochen mit allen Beteiligten entwickeln“, so Starke.

Analog zu Bücherei-Bussen soll es einen festen Zeitplan und Standort – etwa auf dem Parkplatz des Bürgerhauses – geben, nach dem sich Patienten richten können. Für die Patienten solle so ein „Gewohnheitsfaktor“ entstehen. Der Medibus ist laut KV keine Alternative zum Hausarzt. Eine Terminvergabe wird dort nicht möglich sein. Das innovative Versorgungsprojekt versteht sich vielmehr als eine „verlässliche Ergänzung“ zur Hausarztpraxis am Ort.

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