Ministerium: DocMorris gefährdet Apothekenstruktur

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Berlin -

Der von DocMorris in der baden-württembergischen Gemeinde Hüffenhardt geplante Arzneimittelautomat gefährdet nach Ansicht des Gesundheits- und Sozialministeriums des Landes die gewachsene Struktur der Apothekenlandschaft. Das Haus von Gesundheitsministerin Katrin Altpeter (SPD) sieht eine „automatisierte Arzneimittelabgabe“ daher „eher kritisch“. Außerdem sei die Versorgung der 2000-Seelen-Gemeinde gar nicht in Gefahr.  

In einem Brief an den Hüffenhardter Bürgermeister Walter Neff bedauert das Ministerium zwar „außerordentlich, dass sich keine Nachfolge für den Betrieb der Apotheke in Hüffenhardt gefunden hat“. Bekanntlich sei nicht nur in ausgesprochen ländlich geprägten Regionen schwieriger geworden, vakant gewordene Arztsitze und Apotheken neu zu besetzen. Das hänge zum einen mit der Altersstruktur, aber auch mit den schwieriger gewordenen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und nicht zuletzt mit der Lebensplanung der aktuell in das Berufsleben eintretenden Hochschulabsolventen zusammen und sei ein bundesweit zu beobachtender Trend.

„Speziell in Hüffenhardt sehe ich die Versorgung der Bevölkerung nach wie vor auf sicherem Niveau gewährleistet. Die nächste Apotheke befindet sich ca. 5,5 km entfernt in Haßmersheim, welches tagsüber mit öffentlichen Verkehrsmitteln regelmäßig innerhalb von knapp 25 Minuten zu erreichen ist“, so Ministerialdirektor Jürgen Lämmle an Neff.

Außerdem: „Eine automatisierte Arzneimittelabgabe sehe ich, abgesehen von der Frage der Zulässigkeit, eher kritisch.“ Gerade im direkten Patientenkontakt würden manche Fragen von Neben- und Wechselwirkungen erst aufgeworfen. Viele moderne Arzneimittel seien zudem erklärungsbedürftig. Lämmle: „Auch der Aspekt des persönlichen Gesprächs sollte nicht vernachlässigt werden – eine Funktion, die ein automatisiertes System niemals ersetzen kann.“

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