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Noweda besorgt Kriegskasse gegen DocMorris

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Berlin -

Der Großhändler Noweda will die Apotheker in etwaigen Gerichtsverfahren gegen DocMorris unterstützen, sollte die Versandapotheke weitere Arzneimittelautomaten installieren. Man werde Anwälte besorgen und alle Prozesskosten für die eigenen Kunden übernehmen, teilte die Genossenschaft mit.

DocMorris hat im baden-württembergischen Hüffenhardt in der vergangenen Woche ein Terminal eröffnet, bei dem Kunden Arzneimittel bestellen und sogar Rezepte einlösen können. Die Beratung erfolgt über ein Videoterminal, die Medikamente können über einen angeschlossenen Kommissionierer direkt ausgegeben werden.

Doch die Aufsicht hat ein Problem mit dem Automaten. Keine 48 Stunden nach Eröffnung ordnete das Regierungspräsidium Karlsruhe die Schließung an. DocMorris hat dagegen inzwischen Klage eingelegt. Während bei der Ausgaben von Rx-Arzneimitteln die sofortige Vollziehung angeordnet wurde, hat die Klage bezüglich OTC-Arzneimittel aufschiebende Wirkung. Diese dürfen bis zu einer endgültigen Klärung also vorerst abgegeben werden.

Die Noweda kritisiert das Vorgehen der Versandapotheke scharf: „Die Aktion zeigt einmal mehr das zweifelhafte Rechtsverständnis, mit dem DocMorris seine Interessen durchsetzen will. Zwar hat man angeblich das Konzept prüfen lassen, das Vorhaben verstößt aber indessen so offensichtlich gegen geltendes Apothekenrecht, dass diese Aussage kaum nachvollziehbar ist“, heißt es in einem Schreiben an die Mitglieder.

Bei den strategischen Überlegungen von DocMorris spiele es anscheinend keine Rolle, dass das Apothekenrecht insbesondere dem Patientenschutz diene, heißt es weiter. „Fakten schaffen, Grenzen überschreiten, Behörden provozieren: All das gehört zur digitalen Welt, wie DocMorris sie offensichtlich versteht.“ Der Großhändler hält diese Vorgehensweise für „absolut inakzeptabel“.

Und offenbar geht man bei der Genossenschaft davon aus, dass es auch während der Phase der gerichtlichen Klärung nicht beim Projekt Hüffenhardt bleibt. Sollte DocMorris weitere Terminals aufstellen und die zuständigen Behörden im Einzelfall untätig bleiben, wird man jedes Mitglied unterstützen, dessen Apotheke im Umkreis liegt und gegen das Terminal rechtlich vorgehen will.

Der Großhändler sagt den Apothekern zu, die Kriegskasse für etwaige Fälle zu füllen: „In Abstimmung mit dem jeweiligen Mitglied wird Noweda hierzu spezialisierte Fachanwälte beauftragen sowie sämtliche Gerichts- und Anwaltskosten über alle Instanzen übernehmen“, lautet das Versprechen.

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