Google plant Pillen-Preisvergleich

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Berlin -

Seitdem Rx-Boni in Deutschland verboten sind, sind Versandapotheken fast vollständig auf das OTC-Geschäft angewiesen. Und dieser Markt wird maßgeblich über den besten Preis erobert. Vergleichsportale beschleunigen diesen Effekt. Die einschlägigen Plattformen haben eigene Bereiche für Arzneimittel, andere Portale haben sich vollständig auf Medikamente spezialisiert. Doch allen Anbietern drohen schwere Zeiten, wenn demnächst Google ins Geschäft einsteigt.

Wer bei Google heute nach einem günstigen Flug sucht, findet nicht nur die Anzeigen der Vergleichsportale wie Opodo, Flug.de oder Swoodoo, sondern auch Angebote von Google Flights. Dabei werden in einem Kasten die Angebote der Fluggesellschaften ausgegeben. Start und Zielflughafen sind in der Suchmaske schon übernommen, das Datum lässt sich auf der Google-Seite direkt anpassen.

„Wenn Google etwas anfasst, machen sie es bequemer, besser und schneller als alle anderen“, sagt Fabian Kaske, Juniorchef der Marketingagentur Dr. Kaske. Er geht davon aus, dass die Flugvergleichsportale es künftig schwerer haben werden. Noch würden deren Anzeigen in der Google-Suche auftauchen. Das hat der Konzern aber ebenfalls selbst in der Hand – und sei es über die Preisgestaltung.

Und genau diese Art von Preisvergleich plane Google jetzt für den Arzneimittelbereich, so Kaske. Nach seinen Informationen könne ein entsprechendes Angebot schon bald in der Desktop-Suche auftauchen, er hat von einem Zeitfenster von ein bis zwei Jahren gehört.

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