Interview Joss Hertle (Google)

Apotheker, digitalisiert Euch! Carolin Bauer, 29.02.2016 09:15 Uhr

Berlin - Suchen Patienten bei Google nach Apotheke, führen Versandapotheken die Ergebnisliste an. Aber auch Vor-Ort-Apotheken können Topplätze belegen. Inhaber sollten bei der Suchmaschine mindestens mit den Öffnungszeiten präsent sein, rät Joss Hertle, der bei Google Deutschland den Bereich Healthcare/Industrie leitet und zu den Referenten der Digitalkonferenz VISION.A gehört. Mit einem guten digitalen Auftritt könnten Patienten aus dem Internet an den HV-Tisch geholt werden.

ADHOC: Warum müssen Apotheken bei Google gefunden werden?
HERTLE: Die Digitalisierung bei den Patienten rollt. Apothekenkunden suchen im Internet nach relevanten Inhalten für die Selbstmedikation. Pro Jahr gibt es in Deutschland 20 Millionen Suchanfragen mit Apothekenbezug. Davon haben 20 Prozent einen klaren lokalen Bezug. Patienten wollen wissen, wo die nächste Apotheke ist. Deshalb sollte jede Apotheke sicher stellen, dass sie gefunden wird. ADHOC: Wird denn tatsächlich gezielt nach Apotheke gesucht?
HERTLE: Suchen sie nach Apotheken, ist die Entscheidung, in die Offizin zu gehen, bereits gefallen. Meist werden aber zunächst Symptome in die Suche eingeben; Patienten wollen wissen, was sie haben. Circa 80 Prozent aller Online-Recherchen zu bestimmten Indikationen münden direkt in einem Besuch vor Ort. Das haben noch nicht alle Apotheker begriffen. Die digitale Präsenz ist eine Chance für Apotheken, gefunden zu werden und den Besucherstrom von der Online-Suche in die Apotheke zu lenken. ADHOC: Wie können Apotheken im Vergleich zu Versendern überhaupt mitziehen?
HERTLE: Bekannte Versandapotheken werden nie 100 Prozent des Marktes besetzen. Sie decken den Bedarf einer bestimmten Zielgruppe ab, die weniger auf Beratung und stattdessen zum Beispiel mehr auf den Preis setzt. Der Hauptumsatz wird in der Vor-Ort-Apotheke gemacht. Das beweisen auch Suchanfragen wie „Öffnungszeiten Apotheke“ oder „Schmerzen Apotheke Berlin“. Die Suche nach der Apotheke vor Ort ist sehr wichtig. Dieses Potenzial nutzen Präsenzapotheken aktuell nicht.

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