Sonder-PZN „Hochwasser“ und Aufschub bei der Abrechnung

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Berlin - Die Rechenzentren wollen den Apotheken in den Hochwassergebieten helfen und haben sich mit einer Reihe von Vorschlägen an den Deutschen Apothekerverband (DAV) gewandt. Laut dem Bundesverband Deutscher Apothekenrechenzentren (VDARZ) sind auch die Krankenkassen bereit, die Apotheken zu unterstützen.

Etwa 70 Apotheken in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sind von der Flutkatastrophe betroffen. Einige wurden komplett zerstört, die Inhaber:innen müssen sich vor allem mit ihrer Versicherung auseinandersetzen. Doch auch in weniger extremen Fällen dauern die Aufräumarbeiten an, an einen Normalbetrieb ist vielerorts noch nicht zu denken.

Es sei davon auszugehen, dass bei der Abgabe von Arzneimitteln die geltenden Regelungen des Rahmenvertrages nicht immer eingehalten werden können, schreibt der VDARZ, der an den fortlaufenden Gesprächen des DAV mit dem GKV-Spitzenverband beteiligt ist. Den Krankenkassen wurden vom Verband deshalb Listen zur Verfügung gestellt, welche Apotheken in welchem Maß von der Hochwasserkatastrophe betroffen sind. Aus Sicht des GKV-Spitzenverbandes sei es angebracht, den Geschädigten durch geeignete Maßnahmen entgegenzukommen „und dabei von den bereits durch das Gesetz eröffneten Möglichkeiten großzügig Gebrauch zu machen“, berichtet der VDARZ aus den Gesprächen mit den Kassen.

Ein Vorschlag des Verbands betrifft Apotheken, die zwar schon wieder arbeiten können, aber noch technische Probleme haben: Wenn die Apotheken aufgrund dieser Gegebenheiten die Abgaberegelungen nicht eingehalten können, sollten diese Rezepte aufgrund eines „dringenden Falls“ – dazu zählt Hochwasser – entsprechend gekennzeichnet werden. „Hierzu sind die Verordnungen mit der Sonderpharmazentralnummer 02567024 und dem Faktor 5 oder 6 und mit Vermerk „Hochwasser“ zu versehen, zur Not auch handschriftlich“, so der VDARZ. Sollte diese Kennzeichnung nicht erfolgt sein, empfiehlt der GKV-Spitzenverband den Krankenkassen, mit den betroffenen Apotheken individuelle Lösungen zu finden, heißt es weiter.

Mit einigen Kassenärztlichen Vereinigungen ist laut dem VDARZ zudem besprochen worden, dass für die erneuten Verordnungen von Arzneimitteln für GKV-Versicherte, deren Medikamente den Fluten zum Opfer gefallen sind, neue Rezepte als Ersatzverordnung mit dem Zusatz „Hochwasser“ ausgestellt werden. „Die Apotheken sind gebeten, diese Rezepte mit dem entsprechenden Sonderkennzeichen zusätzlich kenntlich zu machen“, so der VDARZ.

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