Schlamm und Schutt

Nach Hochwasser: PTA räumt AOK-Büro auf

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Berlin -

Die Hilfsbereitschaft für Opfer der Hochwasserkatastrophe in Westdeutschland in Apothekenteams ist groß. Auch eine PTA aus Nordrhein-Westfalen packt mit an. Über die Kontakte einer Bekannten half sie am Wochenende, eine AOK-Geschäftsstelle von Schlamm und Schutt zu befreien.

Wie viele Anwohner wollte auch die PTA mithelfen. „Das ist das Mindeste, was ich machen kann“, sagt sie. Über eine Kollegin kam sie zur AOK-Geschäftsstelle in Schleiden. Das Büro der Krankenkasse war überschwemmt, noch immer stand in einem Raum Wasser. Die Stadt in der Eifel im Kreis Euskirchen wurde wie viele Orte hart vom Hochwasser getroffen. Viele Häuser sind zerstört. „Auch wenn man jetzt mit dem Auto wieder hinkommt, ist es ein furchtbares Bild“, sagt sie. „Hier ist noch immer so viel Schutt und Geröll.“

Die Apothekenangestellte beteiligte sich an einer von der Stadt koordinierten Aktion. Vor Ort werde unorganisierte und selbstständige Hilfe nicht gern gesehen. Mit mehreren Helfern schaffte sie vor allem „alte Akten“ aus dem Keller nach oben. „Wir wurden auf den Datenschutz hingewiesen und dass die Akten separat entsorgt werden müssen“, sagt sie. Doch die Papiere und Ordner seien so stark von Schlamm überzogen gewesen, dass man ohnehin nichts mehr hätte lesen können.

In einem Raum seien noch Kühlschränke geschwommen. Sie half von morgens an mit. AOK-Mitarbeiter seien nicht dabei gewesen, da diese selbst viel verloren und mit den eigenen Aufräumarbeiten zu hätten. Als es im Laufe des Tages zu regnen begonnen habe und es immer kühler wurde, seien sie gegangen. Insgesamt war sie etwa fünf Stunden in der Geschäftsstelle. „Es ist noch lange nicht erledigt, hier ist noch so viel zu tun.“

Auch wenn die Katastrophe nicht spurlos an ihr vorbeiging, versucht sie tapfer zu sein. „Es muss vorangehen, es hilft nichts, den Kopf in den Sand zu stecken.“ Das Wegräumen der Ordner, Büromöbel und -materialen sei komisch. „Hier haben Leute gearbeitet“, sagt sie. „Noch schlimmer wäre es, wenn es ein Privathaushalt gewesen wäre.“ Viele Menschen haben mit dem Unwetter alles verloren. Die Situation vor Ort sehe aus „wie im Krieg“, so die Angestellte. „Viele Häuser stehen nicht mehr.“

Die Stimmung unter den Helfern sei gut gewesen. Man habe zwischendurch sogar scherzen können: Bei der nächsten Retax werde man die Kasse an die Aufräumarbeiten erinnern. Anfeindungen habe sie nicht gespürt. „Ich will auch weiterhelfen und hoffe, dass die bundesweite Hilfsbereitschaft anhält. Nach dem Aufräumen kommt das Aufbauen.“

Eine Übersicht über Spendenkonten für die Hochwasser-Opfer gibt es hier.

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