Pharmazeutische Dienstleistungen: Verhandlungen gescheitert

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Berlin - Die Verhandlungen zwischen dem Deutschen Apothekerverband (DAV) und dem GKV-Spitzenverband (GKV-SpiBu) über die pharmazeutischen Dienstleistungen sind vorläufig gescheitert: Der DAV ruft nach eigenen Angaben die unabhängige Schiedsstelle an, um zu einer Lösung zu kommen. Es geht darum, wie die 150 Millionen Euro, die das Vor-Ort-Apotheken-Stärkungsgesetz (VOASG) einplant, ab Januar verteilt werden.

Eigentlich hätte schon zum 30. Juni eine Einigung stehen sollen: Bis dahin war die gesetzliche Frist für die Verhandlungen gesetzt. DAV und GKV-SpiBu haben sie gerissen, aber in der Hoffnung, doch noch eine Lösung zu finden, weiter verhandelt. Nun zeigt sich, dass die Hoffnung vergebens war. „Wir haben heute in einem Spitzengespräch noch einmal versucht, zu einer Einigung über die pharmazeutischen Dienstleistungen zu kommen. Leider war eine Verhandlungslösung nicht möglich“, erklärt der DAV-Vorsitzende Thomas Dittrich am Dienstag. „Der Deutsche Apothekerverband wird deswegen jetzt schnellstmöglich die unabhängige Schiedsstelle anrufen.“

Das VOASG, das im Herbst 2020 verabschiedet wurde, sieht vor, dass ab kommendem Jahr jährlich etwa 150 Millionen Euro für pharmazeutische Dienstleistungen der Apotheken zur besseren Versorgung gesetzlich und privat krankenversicherter Patienten zur Verfügung gestellt werden sollen. Zur Finanzierung bezahlen die Kassen für jede verschreibungspflichtige Arzneimittelpackung einen Aufschlag von 20 Cent.

Offenbar gibt es aber grundlegende Meinungsverschiedenheiten, die bisher nicht ausgeräumt werden konnten. „Wir sind nach wie vor überzeugt, dass wenigstens die drei größten Problemkreise angegangen werden und einer breiten Patientenklientel zur Verfügung stehen müssen“, so Dittrich. Gemeint seien die Bekämpfung von Risiken der Polymedikation, die Verbesserung mangelhafter Therapietreue und die Intensivierung der Vorsorge und Früherkennung von Volkskrankheiten.

Zu konkreten Verhandlungsinhalten, -details und Streitpunkten hatte sich Abda-Hauptgeschäftsführer Dr. Sebastian Schmitz"bislang nicht öffentlich geäußert. Bisher ist über den Verhandlungsstand nichts nach außen gedrungen. „Wir sind schon einige Schritte zusammengekommen, es sind aber noch Differenzen da und wir hoffen, dass wir die auf dem Verhandlungsweg aus der Welt schaffen können“, erklärte er Anfang Juli.

Dem Vernehmen nach konzentriert sich die Abda auf drei Blöcke: Zentraler Bestandteil ist wenig überraschend die Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) inklusive Medikationsmanagement und -analyse. Die zweite Gruppe an Leistungen betrifft die Adhärenz. Wenn Apotheker über das normale Maß hinaus zur richtigen Anwendung beraten, soll das extra vergütet werden. Die Prävention soll den dritten Block der Leistungen ausmachen.

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