„50 Prozent über Tarif ist die Regel“

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Als Reaktion auf den Notstand setzen Apotheker vermehrt auf ausländische Kollegen: Gerade einmal zwei Monate arbeitete beispielsweise Isabel De Miguel Madronero in ihrem Beruf als Apothekerin in Madrid. Dann wagte sie den Sprung ins kalte Wasser und zog nach Bremerhaven. „Ich hatte schon immer Fernweh“, berichtete die junge Spanierin. Bereits zuvor sei sie viel gereist. Während ihres Pharmaziestudiums habe sie im Rahmen des Erasmus-Programms ein halbes Jahr in Frankreich verbracht. Nun sollte es eben Deutschland werden. „Ich wusste, wenn ich das jetzt nicht mache, dann mache ich es nie“, sagte sie.

Angekommen ist sie in der Sander-Apotheke von Thomas Anthes. Die Idee, Apotheker aus dem EU-Ausland nach Bremerhaven zu holen, hatte Anthes bereits seit längerer Zeit. „Vor einiger Zeit war eine Apothekerin aus Slowenien im Rahmen des Erasmus-Programms bei uns”, erinnerte er sich. Man habe gute Erfahrungen mit ihr gemacht. Irgendwann habe er eine E-Mail eines Kollegen bekommen, der Apotheker aus Spanien vermittelt. Dass Anthes in Spanien nach Fachkräften hat suchen lassen, liegt ebenfalls am Bewerbermangel in der Region. „Zuletzt habe ich im Schnitt ein Dreivierteljahr gebraucht, um eine Stelle nachzubesetzen”, berichtete er. „Deshalb wollte ich einen anderen Weg ausprobieren.”

Aber die Integration ins Apothekenteam läuft nicht von selbst: „Wer denkt, dass man jemanden bekommt, den man in die Apotheke stellt und dann läuft es von allein, irrt sich gewaltig”, mahnte der Apotheker. Vielmehr binden die neuen Kollegen am Anfang vor allem personelle Ressourcen. „Man muss jemanden abstellen, der sich engmaschig um sie kümmert.” Das könnten eben nicht alle Apotheken stemmen. Für Kollegen, die die nötigen und personellen Ressourcen hätten, seien Apotheker aus dem Ausland eine echte Chance, das Team mit qualifizierten Fachkräften zu verstärken, sagte Anthes: „Sie sind motiviert und engagiert, auch weil sie sich ganz bewusst für diesen Schritt entschieden haben.”

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