NRW-Ministerium bestätigt: Steuerfahnder vor Apothekenteams

, Uhr aktualisiert am 11.05.2021 17:29 Uhr

Berlin - In Nordrhein-Westfalen gehören Apothekenmitarbeiter:innen nicht zu den Berufsgruppen, die sich jetzt noch vor Aufhebung der Priorisierung gegen Corona impfen lassen. Das hat das Gesundheitsministerium gegenüber Apotheker Gunnar Müller bestätigt. Der Apothekerverband Nordrhein ist entsetzt.

Müller hatte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) direkt angeschrieben: Mit großer Freude habe man zur Kenntnis genommen, dass die Impfungen für bestimmte Berufsgruppen der Prioritätsgruppe 3 geöffnet wurden. „Aus Gründen der Planungssicherheit und der Sorgfaltspflicht gegenüber unseren Mitarbeiter:innen bitten wir Sie um Mitteilung, ab wann mit einer Öffnung der Impfungen für die Mitarbeiter:innen der Apotheken vor Ort gerechnet werden darf“, so der Inhaber der Sonnen-Apotheke in Detmold.

Nach fünf Tagen kam nun die Antwort, und zwar von der Abteilung „Bürgeranfragen-Corona“. Darin heißt es: „Die Impfungen der Berufsgruppen mit höchster Priorität (Priorisierungsgruppe 1) und mit hoher Priorität (Priorisierungsgruppe 2) sind in den meisten Kommunen fast abgeschlossen. Da der Impfstoff aber nach wie vor nur begrenzt zur Verfügung steht, kann nicht allen Personengruppen der Priorisierungsgruppe 3 gleichzeitig ein Impfangebot gemacht werden. Insoweit ist eine schrittweise Freischaltung erforderlich. Daher wurden die Systeme der Kassenärztlichen Vereinigungen Nordrhein und Westfalen-Lippe seit dem 6. Mai 2021 für einzelne Berufsgruppen der Priorisierungsgruppe 3 freigeschaltet.“

Konkret sind dies laut Ministerium:

  • Beschäftigte im Verkauf im Lebensmitteleinzelhandel und in Drogeriemärkten
  • Beschäftigte an weiterführenden Schulen
  • Beschäftigte im Justizvollzug mit Gefangenenkontakten
  • Beschäftigte in den Servicebereichen der Gerichte und Justizbehörde, Richterinnen und Richter sowie Staatsanwältinnen und Staatsanwälte
  • Beschäftigte im Ambulanten Sozialen Dienst der Justiz
  • Beschäftigte im Gerichtsvollzug
  • Beschäftigte in der Steuerfahndung

Thomas Preis, Vorsitzender des Apothekerverbands Nordrhein, ist entsetzt: „Zurecht fühlen sich Apothekerinnen und Apotheker und ihre Apothekenteams von der Landesregierung in Düsseldorf brüskiert. Denn in den letzten über 12 Monaten arbeiten wir täglich an der Grenze der Belastbarkeit und müssen immer neue zusätzliche Versorgunfsleistungen im Rahmen der Bewältigung der Pandemie erbringen. Wenn man nun bei der Freigabe der Priorisierungsgruppe 3 nicht berücksichtigt wird, ist das schwer hinnehmbar.“

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