AvP-Insolvenz

Kammer ruft nach Politik, Verband lässt sich beraten

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Berlin -

Während der Deutsche Apothekerverband (DAV) zur Insolvenz von AvP weiterhin schweigt, kümmern sich jetzt Landesapothekerverbände und Landesapothekerkammern um die Folgen. Auf Initiative des Landesapothekerverbandes Sachsen soll eine Rechtsanwaltskanzlei in Zahlungsschwierigkeiten geratene Apotheken beraten. Und die Apothekerkammer Nordrhein (AKNR) ruft nach der Politik.

„Wir haben zwischenzeitlich – gemeinsam mit anderen Apothekerverbänden – Kontakt zu einer im Insolvenzrecht arbeitenden Kanzlei aufgenommen, um die weitere Vorgehensweise zu besprechen“, informiert der Landesapothekerverband Sachsen-Anhalt seine Mitglieder. Die eingeschaltete Kanzlei habe kein rechtliches Mandat, im Namen der betroffenen Apotheken gegenüber der Insolvenzverwalter aufzutreten. Es gehe ausschließlich darum, dass „diese Kanzlei auf fachlich kompetenter Ebene die rechtliche Lage bewertet und gegenüber den LAVen erläutert. „Damit werden wir wiederum in die Lage versetzt, die betroffenen Apotheken bestmöglich zu informieren“, so das Info-Schreiben.

Die beauftragte Kanzlei ersetzte also keinesfalls das Erfordernis für jede einzelne betroffene Apotheke, sich selbst um eine juristische Beratung beziehungsweise Vertretung zu kümmern. Um den Apotheken bestmöglich zu helfen, sei es aber zunächst erforderlich, Kenntnis davon zu haben, welche Kollegen betroffen seien. „Für diese Kollegen/innen richten wir sodann einen gesonderten E-Mail-Verteiler ein, über den neue Informationen übermittelt werden können“, so der Verband. Betroffene Apotheken sollen sich beim Verband melden: „Wir werden Sie daraufhin in den angesprochenen gesonderten E-Mail-Verteiler aufnehmen und mit weiteren Informationen versorgen.“

Auch die AKNR hat sich an ihre Mitglieder gewandt: „Für das Düsseldorfer Unternehmen AvP Deutschland GmbH wurde Insolvenzantrag gestellt. Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen aufgenommen, nachdem die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht Strafanzeige erstattet“ habe. Derweil warteten und bangten Tausende Apotheker als Kunden der AvP um ihr Geld. Die Sorgen und Nöte der Kammerangehörigen hätten Vorstand und Präsidium im Blick. „Die Turbulenzen bei dem Düsseldorfer Unternehmen beobachten wir mit einiger Sorge – Präsident und Vizepräsidentin beschäftigen sich intensiv mit den Vorgängen und sind im Dialog“, erklärt Sprecher Jens Krömer. Dass viele Apotheker auf die Auszahlung von Umsätzen mit Rezepten warten, sei inakzeptabel und erschüttere das Vertrauen in die ansonsten zuverlässige Kooperation zwischen den Heilberuflern und Abrechnungsstellen.

„Selbstverständlich wird die Apothekerkammer Nordrhein betroffene Apothekerinnen und Apotheker im Rahmen ihrer Möglichkeiten unterstützen. Hierzu werden bereits intern intensive Gespräche geführt“, so die Kammer. Allerdings müsse auch gesagt werden, dass es sich um individuelle Verträge handele. Dass die Ärzte- und Apothekerbank (Apobank) Hilfe durch Kreditlinien und Überbrückungskredite in Aussicht gestellt hab, „hat uns bei der Kammer sehr gefreut“, so der Sprecher.

Die Kammer sei zudem zuversichtlich, dass die Politik auf Landes- und Bundesebene – vor allem wegen der Ausmaße dieser Krisensituation – die Apotheker nicht im Stich lassen werde. „Betroffene Apotheken benötigen bei Bedarf einen Schutzschirm, Gespräche hierzu werden nach interner Koordination sicher zeitnah geführt werden müssen, um den Apotheken zu helfen“, so die AKNR.

Denn die flächendeckende Versorgung der Menschen mit Arzneimitteln dürfe durch die Insolvenz von AvP auf keinen Fall gefährdet werden: Keine Apotheke dürfe in ihrem Bestand gefährdet werden. Daher könne gesagt werden: „Obwohl wir im Einzelfall nicht tätig werden können, werden auf politischer Ebene bereits intensiv Gespräche geführt und auch die zuständigen Stellen, wie etwa die BaFin, werden von uns – bei Bedarf – vollumfänglich bei ihrer Arbeit unterstützt.“

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