AKNR bittet umsatzstarke Apotheken zur Kasse

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Berlin - Die Apothekerkammer Nordrhein (AKNR) hat sich eine neue Beitragsordnung gegeben. Die Kammerversammlung billigte den Vorschlag, der durchgehend eine Erhöhung des Betragssatzes vorsieht. Allerdings sollen zwei Drittel der Apotheken aufgrund der Einführung eines Freibetrages trotzdem weniger bezahlen. Umsatzstarke Apotheken werden stärker zur Kasse gebeten.

Die Delegierten der Kammerversammlung verabschiedeten eine neue Beitragsordnung. Ab 2021 wird ein Freibetrag von 200.000 Euro Nettoumsatz des Vorvorjahres die bisherige Beitragsbemessungsgrenze ersetzen. Trotz des neuen Beitrags – 0,107 statt 0,099 Prozent für Inhaber von Apotheken – komme es damit zu einer Entlastung von zwei Dritteln der selbständigen Apotheker, teilt die AKNR mit.

Der persönliche Regelbeitrag beträgt künftig 14 Euro monatlich, statt 8 Euro bisher. Er gilt für alle berufstätigen Apothekerinnen und Apotheker – egal ob Vollzeit, Teilzeit, in der Apotheke vor Ort, im Krankenhaus oder in allen anderen Tätigkeitsfeldern. Nicht berufstätige Kammerangehörige zahlen künftig 6 Euro Monatsbeitrag, statt bisher 3 Euro. Apothekerinnen und Apotheker in Elternzeit sowie Pharmazeuten im Praktikum sind auch weiterhin von der Beitragszahlung befreit. In Härtefällen kann der Vorstand auf Antrag Stundung, Reduzierung oder Aussetzung beschließen.

„36 Jahre gab es keine so umfassende Änderung der Beitragsordnung. Wir wollten einerseits den Kaufkraftverlust kompensieren (Angestelltenbeiträge), andererseits die Lasten bei den Inhabern von Apotheken gerechter verteilen“, so Kammerpräsident Dr. Armin Hoffmann. „Das neue Regelwerk ist ein großer Schritt hin zu mehr Beitragsgerechtigkeit und sichert die Stabilität der Kammer”, ergänzte Dr. Michael Bonmann, der als Vorsitzender des Haushalts- und Finanzausschusses eine Arbeitsgruppe zur neuen Beitragsordnung geleitet hatte. „Nach umfassender Diskussion sind wir zu der Auffassung gelangt, dass diese neue Beitragsordnung dem Ideal der Fairness am nähesten kommt”, so Dr. Holger Goetzendorff, der an der Beitragsreform ebenfalls maßgeblich mitgearbeitet hat.

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