AvP-Apothekerin: Hilferuf bei Bild | APOTHEKE ADHOC
Dramatischer Appell

AvP-Apothekerin: Hilferuf bei Bild

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Berlin -

„Apotheken in Panik, weil ihre Abrechnungsstelle Insolvenz angemeldet hat. Ist die Arzneimittelversorgung in Gefahr?“ Der Fall AvP hat auch die „Bild“ erreicht. In einem Video für „Sparfochs – Es geht um Ihr Geld “ appelliert eine Apothekerin an die Politik, den Betroffenen schnell zu Hilfe zu kommen.

Von einem wirklichen dramatischen Fall spricht Moderator Frank Ochse. Dann wird ein Video von Monika Herzog eingespielt. Die Inhaberin der Herzog-Apotheke in Wiesloch steht im Labor und berichtet, dass auf 3500 der 19.000 Apotheken eine existenziell bedrohende Lage zukomme. 260.000 Euro habe sie an Zahlungsausständen beim Großhandel. „Wer unterstützt uns denn hier in Deutschland? Gibt es einen Rettungsschirm? Wie kann der aufgebaut werden? Ich muss dieses Loch stopfen. Aber woher?“ Sie appelliert an die Politik: „Es ist für uns wirklich existenziell notwendig, dass Sie uns unterstützen!“

Rechtsanwalt Anrdt Kempgens spricht ebenfalls von einer dramatischen Situation, da 30 Prozent der Apotheken angeschlossen seien an das System. „Das ist eine ganz schlimme Situation für die Apotheker.“ Denn die Apotheken hätten die Ware bestellt und weiterverkauft – und seien auch in der Zahlungsschuld. Teilweise gehe es auch um sehr teure Medikamente. Nun müsse man sehen, ob noch etwas bei AvP zu holen sei. Es liefen auch Strafermittlungsverfahren, da in solchen Verfahren immer auch die Gefahr von Unterschlagung und Insolvenzverschleppung bestehen könne. Das werde natürlich durch die Staatsanwaltschaft geprüft.

Im Strafverfahren könne man manchmal noch Gelder zurückholen. Einen staatlichen Rettungsschirm könne er sich kaum vorstellen. Jeder Apotheker müsse selbst sehen, wie er diese riesige Herausforderung gestemmt bekomme. „Das wird die Herausforderung der nächsten Monate.“

Die Lage für sie und ihre Kollegen sei wirklich existenziell bedrohlich, berichtet Herzog dann im Interview. „Zahlungsausständen beim Großhandel können sie einfach nicht nachkommen.“ Viele Kollegen kämen an ihr Existenzminimum und bräuchten kurzfristig Kredite, die allerwenigsten hätten ausreichend Reserven.

Sie selbst sei „total schockiert“, so wie viele ihrer Kollegen auch. Das Loch zu stopfen, sei fast unmöglich. Man warte auf Hilfe und darauf, dass diese prekäre Situation seitens der Regierung aufgerollt und behoben werde. Es gebe schon Anküdigungen, dass es für den Monat September genauso aussehe. „Wir warten jetzt einfach mal ab. Aber es ist wirklich bedrohlich.“ Abgeschrieben habe sie das Geld noch nicht, das Verfahren laufe ja. „Es gibt schon noch Hoffnung, ich hoffe, es kommt noch was.“ Aus dem Insolvenzverfahren könne sie aber wohl nur einen Teil erwarten.

Momentan könne man die Versorgung noch sicherstellen, auch dank des Großhandels, der an der Seite der Apotheken stehe. „Ist kein Geld da, liefert der Großhandel auch keine Ware aus.“ Die Situation werde individuell gelöst.

30 Sekunden Sendezeit räumt ihr der Moderator dann für einen Appell an die Politik ein. Herzog fordert eine bessere Überwachung durch staatliche Stellen – und bessere Kommunikation. Gerade in diesem speziellen Fall sei die Bafin schon lange involviert gewesen. Zwar gebe es eine Verschwiegenheitspflicht, aber mit besserer Information hätten die Apotheken adequater reagieren können. „Wir als Apotheker im Gesundheitswesen haben so eine eklatant wichtige Stelle, dass ich doch möchte, dass wir von der Politik gehört werden.“

Kemgens sieht das genauso. Er verweist darauf, dass hier Millionenbeträge treuhänderisch verwaltet werden und dass es hier ein höheres Maß an Kontrolle geben muss. „Gerade wenn es auf ein Insolvenzverfahren hinausläuft, machen wir in der Praxis oft die Erfahrung, dass etwa 2 Prozent der Forderungen ausgeschüttet werden, also nur ein minimaler Teil.“ Er setze auf das Strafverfahren, denn oft versickerten die Gelder – und die Staatsanwaltschaft finde sie manchnmal mit der Folge, dass dann doch etwas auszuschütten sei. Mit Corona hätten solche Fälle nichts zu tun – dass es hier um Treuhandkonten gehe, sei ganz besonders übel.

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