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Impfstellen: Wen dürfen Apotheken anstellen?

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Berlin -

Durch die Ausweitung der Impfkampagne soll mehr Menschen ein Impfangebot gemacht werden. Zahlreiche Apotheken sind in den Startlöchern und warten nur auf eine Freigabe. Dem Bund ist daran gelegen, auch Ärzt:innen zu mobilisieren, die keinen Praxissitz haben. Doch dürfen Apotheken diese künftig anstellen? Die Abda hält dies nicht für ausgeschlossen.

Nach der neuen Coronavirus-Impfverordnung (CoronaImpfV) gehören auch öffentliche Apotheken zu den Leistungserbringern, die eine Covid-19-Schutzimpfung verabreichen dürfen. Zahlreiche Approbierte, die erfolgreich für eine Grippeimpfung geschult sind, könnten direkt loslegen. Viele weitere Apotheker:innen belegen aktuell entsprechende Impfseminare. Noch ist jedoch unklar, wie die Abrechnung abläuft und wann das Meldesystem an das Robert Koch-Institut (RKI) steht.

Das Konzept, wie die Impfungen in Apotheken ablaufen sollen, liegt bei vielen Inhaber:innen bereits fertig ausgearbeitet in der Schublade. Mitunter kommen dort auch Ärzt:innen vor. Denn die Mediziner:innen gehören ebenfalls zu den Leistungserbringern und sind als Angestellte in Impfzentren und mobilen Teams tätig. Warum also nicht für Apotheken? Auf Landesebene halten sich Kammern bei dieser Frage bedeckt und verweisen in Sachen „Fremdpersonal“ mitunter an die Abda. In Impfseminaren wird den Teilnehmer:innen mitgeteilt, dass dies nicht erlaubt sei, weil die Ärzt:innen kein pharmazeutisches Personal seien und wie Botenfahrer zu behandeln seien.

Apothekenrechtlich nicht ausgeschlossen

Die Abda hält den Einsatz von Ärzten dagegen für möglich: „Was die Anstellung von Ärzten angeht, ist dies zumindest für die Geltungsdauer des § 20b IfSG unproblematisch, weil der Arzt kraft seiner Approbation zur Durchführung der Impfung berechtigt ist. Apothekenrechtlich ist die Anstellung eines Arztes in der Apotheke ebenfalls nicht grundsätzlich ausgeschlossen; der Arzt würde dann zum nichtpharmazeutischen Personal zählen“, sagt eine Sprecherin. In der Praxis könnten sich allerdings rechtliche Probleme mit dem ärztlichen Berufsrecht ergeben, das zum einen dem Arzt verbietet, ärztliche Tätigkeiten nach Weisung eines Nichtarztes auszuüben.

Zudem könne „ein Konflikt mit der Pflicht zur Ausübung des ärztlichen Berufs in ärztlicher Praxis bestehen. Die Abda empfiehlt, sich vor einer Anstellung bei der Aufsichtsbehörde zu erkundigen. „Entscheidend ist, dass die Apotheke als Leistungserbringerin nach der CoronaImpfV auftritt und nicht etwa der Arzt eigenständig handelt oder gar abrechnet; dies gilt auch einzeln Teilschritte, etwa die Bestellung von Impfstoffen.“

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