Apotheker können auch gemeinsam impfen

Impfen in der Apotheke: Q&A aus der Praxis

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Berlin -

Die Apotheken wappnen sich für die Corona-Impfungen, aber in der Praxis sind viele Detailfragen noch ungeklärt. Entsprechend groß war das Interesse am APOTHEKE ADHOC Webinar „Impfen in Apotheken“– powered by No-Q. Thomas Rochell, Vorstandsvorsitzender des Apothekerverbands Westfalen-Lippe (AVWL), Heike Gnekow von der Privilegierten Adler-Apotheke in Hamburg und Christian Popien vom Terminsoftware-Anbieter No-Q beantworten hier die offengebliebenen Fragen der Apotheker:innen aus dem Webinar. Auch als Download verfügbar.

Ich bin Grippe-impfende Apothekerin. Brauche ich noch ein Upgrade für die Berechtigung zum Impfen?
Rochell: Wenn ich bereits im Sinne der Modellprojekte zu Grippeschutzimpfungen in Apotheken impfberechtigt bin, dann nicht. Das gilt allerdings nur bei Patienten ab dem 18. Lebensjahr. Wenn ich etwa ab 16 Jahren impfen will, dann brauche ich eine weitere Schulung.

Darf ein Arzt in meiner Apotheke impfen bzw. mit mir parallel impfen, wenn ich dann darf?
Rochell: Selbstverständlich. Es geht im neu gefassten Infektionsschutzgesetz hauptsächlich um grundsätzlich geeignete Räumlichkeiten. Wenn ich die habe, kann ich das auch mit einem Arzt zusammen machen und ihn dafür auch anstellen. Umgekehrt kann ich auch beim Arzt impfen, wenn er mich damit beauftragt. Die zu klärende Frage ist nur, wie man die Abrechnung zwischen beiden abwickelt. Was ich allerdings nicht darf, ist eine MFA oder PTA impfen lassen.

Auch Apotheker könnten sich theoretisch auch zusammentun und in geeigneten Räumlichkeiten gemeinsam impfen. Wenn beispielsweise eine Apotheke ausreichend geeignete Räumlichkeiten hat, mehrere andere Apotheken im Umkreis aber nicht, die dortigen Apotheker sich aber dennoch an der Impfkampagne beteiligen möchten, könnten sie auch gemeinsam in den Räumlichkeiten ihre jeweils selbst bezogenen Impfstoffdosen oder aber auch von ihren Kollegen bereitgestellte verimpfen. Da haben wir tatsächlich die Beinfreiheiten erhalten, die ich mir gewünscht habe.

Sind Mengen für Apotheken dann auch verbindlich in Apotheken zu verimpfen?
Rochell: Von der Apotheke zur dortigen Impfung bezogene Imfpstoffe an andere Leistungserbringer abzugeben, ist nicht explizit erlaubt. Es wird da sicherlich keine rechtliche Vorgabe geben, aber natürlich ist es so gemeint, dass das, was ich bestelle, auch von mir verimpft wird. Allerdings wäre es unter dem Aspekt, sorgsam mit dem Impfstoff umzugehen und ihn nicht unnötig verfallen zu lassen, nur sinnvoll, dass ich Impfstoff auch abgegeben kann, wenn er bei mir nicht verimpft werden kann. Wir müssen in der momentanen Lage pragmatisch denken.

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