Abrechnung und Surveillance

Covid-19-Impf-Apotheken: Daran hakt es noch

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Berlin -

Apotheker:innen dürfen jetzt gegen Corona impfen. Das Interesse ist groß, doch zahlreiche offene Fragen erschweren den schnellen Start. Unklar ist, über welche Sonderbelege abgerechnet wird. Auch die Impfdokumentation wird noch programmiert. Das Formular für die Selbstauskunft ist nicht in allen Kammerbezirken fertig.

Seit Anfang Dezember ist klar, dass Apotheker:innen in die Impfkampagne mit einbezogen werden sollen. Apotheken müssen den Kammern dafür in einer „Selbstauskunft“ mitteilen, dass sie die Voraussetzungen für eine Impfung erfüllen. Das schreibt die am Dienstag in Kraft getretene Coronavirus-Impfverordnung (CoronaImpfV) vor. Dazu zählt der Nachweis, dass geschulte Pharmazeut:innen und geeignete Räume vorhanden sind und eine Betriebshaftpflichtversicherung abgeschlossen ist. Die Kammern müssen diese Mitteilung bescheinigen, damit die Apotheken den Impfstoff bestellen können. Eine Prüfung der Angaben ist nicht vorgesehen.

Formulare erst Ende der Woche

Wie genau Apotheken die Selbstauskunft abgeben sollen, ist nicht einheitlich über die Abda geregelt. In Niedersachsen etwa stellt die Kammer ein entsprechendes Formular erst „zum Ende dieser Woche“ in Aussicht. Es soll über die Website der Kammer abrufbar sein. In Berlin ist man schon weiter – Inhaber:innen aus der Hauptstadt können dort bereits auf einen Vordruck der Kammer zugreifen. In dem Formular zur Selbstauskunft müssen Inhaber:innen ihre Kontaktdaten und die Adresse der Apotheke eintragen. Außerdem müssen sie bestätigen, dass sie die oben genannten drei Voraussetzungen – geschultes Personal, Haftpflichtversicherung und Räume – erfüllen.

Die Bescheinigung zur Bestätigung des Eingangs der Selbstauskunft geht Apotheken in Berlin „zeitnah per Post zu“, verspricht die Kammer, sodass Impfstoff bestellt werden kann. Wie genau die Order abläuft und die Vials abgerechnet werden, ist allerdings noch nicht abschließend geklärt. Die Impfstoffe sollen analog zu den Zertifikaten per Sonderbeleg über die Apothekenrechenzentren abgerechnet werden – mindestens einmal pro Monat sollen Apotheken eine Abrechnung erstellen.

Programmierung dauert an

Ein Hindernis, weshalb Apotheken noch nicht loslegen können, ist die vom Gesetzgeber vorgeschriebene Impfsurveillance. Die Apotheken müssen durchgeführte Covid-19-Impfungen ebenso wie Ärzt:innen an das Robert Koch-Institut (RKI) melden. Jeden Abend müssen die Apotheken die Anzahl der durchgeführten Impfungen mitteilen. Dazu ist laut Kammer zwingend das DAV-Portal zu nutzen. Die Daten würden dann gesammelt an das RKI übermittelt. „Aktuell steht die entsprechende technische Infrastruktur nicht und wird noch programmiert“, teilt die Kammer mit. Ein Prozess, der offenbar länger dauert, denn Abda-Präsidentin Gabriele Overwiening sagte bereits kurz vor Weihnachten im Bundestag, dass die Software derzeit erstellt werde.

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