Medikamente richtig lagern

Hitzewelle: Gefährliche Überdosis bei Fentanyl

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Berlin -

Am Wochenende soll es laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) enorme Hitze in Deutschland geben. Die Temperaturen steigen vielerorts auf über 40 Grad Celsius. Die Hitzebelastung ist eine ernstzunehmende Gefahr für die menschliche Gesundheit. Nicht nur das: Auch Arzneimittel halten oft keine hohen Temperaturen aus und es droht der Wirkverlust.

Der DWD rechnet im weiteren Wochenverlauf mit einer hohen bis starken Wärmebelastung. Die Hitzewelle hält demnach bis zum kommenden Wochenende an. Das belastet nicht nur den Körper, sondern auch Arzneimittel. Manche Darreichungsformen und Wirkstoffe reagieren extrem empfindlich auf hohe Temperaturen:

  • Zäpfchen schmelzen schon knapp über Körpertemperatur. Wenn sie einmal flüssig waren, verteilt sich der Wirkstoff nach dem Erhärten nicht mehr gleichmäßig. Die Suppositorien sollten deshalb nicht nehr verwendet werden.
  • Insulin kann bei über 30 Grad Celsius seine Wirkung verlieren. Trübes oder flockiges Insulin deshalb besser entsorgen.
  • Cremes, Gele und Salben mögen es kühl. Bei hohen Temperaturen trennen sich die Fett- und Wasserphasen. Die Creme „bricht“ und der Wirkstoff ist unbrauchbar.
  • Asthma-Sprays: Die Druckgasbehälter stehen unter hohem Druck. Bei starker Hitze, beispielsweise im Auto droht Explosionsgefahr, zudem verändert sich die Dosierung pro Sprühstoß.

Vorsicht bei Fentanyl-Pflastern

Wirkstoffpflaster, wie Fentanyl und andere Schmerzpflaster können im Sommer deutlich stärker wirken. Die Hitze kurbelt die Durchblutung der Haut massiv an. Das Pflaster gibt den Wirkstoff viel schneller ab als üblich. Sogenanntes dose dumping kann vor allem bei opioidhaltigen Pflastern eine lebensbedrohliche Überdosierung bewirken.

Regeln für die Lagerung

Ein kühler Raum sollte für die Lagerung von Medikamenten gegenüber dem Badezimmer bevorzugt werden. Geeignet sind das Schlafzimmer, der Flur oder eine kühle Speisekammer.

Ab in den Kühlschrank? Nur wenn es draufsteht! „Kühl lagern“ bedeutet 2 bis 8 Grad Celsius. Normale Tabletten gehören nicht in den Kühlschrank, da die dortige Feuchtigkeit die Blister beschädigen kann. Am besten lässt man Tabletten in der Originalverpackung. Der Karton und der Alublister schützen nicht nur vor Licht, sondern fangen auch kleine Temperaturschwankungen ab.

Und im Urlaub?

Vor allem auf Urlaubsreisen kann es zur Herausforderung werden, wenn Insuline, Augentropfen oder Antikörper-Präparate mitgeführt werden müssen. Werden Temperaturgrenzen überschritten, droht Wirkverlust.

Für den Transport auf Reisen sind Isoliertaschen oder Styroporbehälter in Kombination mit Kühlakkus gut geeignet. Die Kühlelemente sollten unbedingt in Papier oder Folie eingewickelt werden, damit die Verpackung nicht festfrieren kann. Am Urlaubsziel angekommen, sollten die kühlpflichtigen Präparate dann schnellstmöglich in das Gemüsefach des Kühlschrankes. Hier bleibt die Temperatur konstant.

Achtung: Nicht immer gibt es Kühlmöglichkeiten. Aber einige Hersteller bieten spezielle Kühltaschen an. Diese erzielen durch regelmäßige Befeuchtung eine Kühlwirkung.

Eine Studie bestätigt zwar: Ungeöffnete Ampullen und Patronen von kurz- und mittellangwirkendem Insulin sowie Mischinsulin sind bei Temperaturen von bis zu 25 °C maximal sechs Monate lang haltbar. Bei Temperaturen von bis zu 37 °C kann das Insulin maximal zwei Monate lang aufbewahrt werden – ohne klinisch relevanten Wirkverlust. Aber: In vielen Urlaubsregionen herrschen derzeit Temperaturen bis zu 40 °C. Deshalb ist eine Kühlung unbedingt notwendig.

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