Immer wieder sorgen Preissenkungen zum Monatswechsel in den Apotheken für Ärger. Besonders hart hat es die Schloss-Apotheke in Berlin-Tegel getroffen. Mehr als 2000 Euro sind futsch, weil der Preis über Nacht drastisch gesunken war.
Am 28. Februar vergangenen Jahres wurde in der Apotheke eine Verordnung über Omvoh (Mirikizumab) vorgelegt. Das Mittel gegen Colitis ulcerosa war nicht vorrätig und wurde bestellt. Wenige Tage später konnte das Medikament abgegeben werden.
Das Problem: Zum 1. März 2025 senkte der Hersteller Lilly den Preis um mehr als 2000 Euro. Die AOK Nordost retaxierte den Differenzbetrag. Der Einspruch der Apotheke wurde abgewiesen.
„Nach eingehender Prüfung und Rücksprache mit meiner Vorgesetzten müssen wir feststellen, dass die Regelung nach § 22 des Rahmenvertrages für Apotheken hier Anwendung findet: ‚Die Apotheke ist bei der Abgabe verordneter Arzneimittel an Versicherte verpflichtet, den für den Tag der Abgabe geltenden Apothekenabgabepreis zu berechnen und grundsätzlich anzugeben.‘“ Sowohl in den TA3- als auch in den XML-Daten zum E-Rezept lasse sich das Abgabedatum finden. „Der Tag der Abgabe wird zur Preisermittlung herangezogen. Aus diesem Grund erfolgte die Retaxation.“
Die AOK kannte keine Gnade: „Auch nach eingehender Recherche haben wir keine Regelung finden können, durch die der Krankenkasse eine Kulanzentscheidung ermöglicht wird. Eine Erstattung über den Kostenträger ist somit leider nicht möglich.“
Filialleiter Steffen Reinholz ärgert sich. Er hatte sogar die Großhandelsrechnung eingereicht, um die Kasse zum Einlenken zu bewegen. Mittlerweile hat er sich an den Hersteller gewandt, doch auf seine E-Mails bislang keine Antwort erhalten. Nach eigenen Angaben achtet sein Team schon darauf, keine Ware mehr im Umfeld von Preisänderungen zu ordern. Doch für den einen Fall, der durchgerutscht ist, muss die Apotheke nun wohl teuer büßen.
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