Apothekenkundin: Zornesröte wegen Notfalldose

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Berlin - Sie ist klein, grün und steht in vielen Apotheken: die Notfalldose. Der runde Plastikbehälter soll für Ersthelfer und Rettungsdienst wichtige Informationen wie Blutgruppe, Krankheiten und Notfallkontakte des Besitzers enthalten. In Minden hat sich eine Kundin über den hohen Preis aufgeregt und empfiehlt stattdessen ein Marmeladenglas. Auch Apotheker halten den Preis für überzogen.

Die Notfalldose wird seit 2014 vertrieben. Sie soll zum leichten Auffinden im Kühlschrank als einheitlicher Ort gelagert werden und enthält ein Formular mit den Notfalldaten. Angeboten wird sie exklusiv über die Bremer Firma Volbert Hausnotruf. Die Apothekerkammer Westfalen-Lippe unterstützt die Initiative mit dem Essener Großhändler Noweda und ließ Ende 2018 an jede Apotheke sogar gratis 20 Behälter verteilen.

Elke Siebert aus Minden betreut ehrenamtlich Senioren und kaufte bereits Notfalldosen. Als sie kürzlich wieder in „der Apotheke ihres Vertrauens“ war und die Behälter nachkaufen wollte, war sie von der Preissteigerung überrascht, wie sie in einem Leserbrief im Mindener Tageblatt erklärt. Der Preis der Dosen sei vom 30. Januar von 3,99 Euro pro Stück auf jetzt fünf Euro angestiegen. In einer weiteren Apotheke habe sie sogar knapp 6 Euro gekostet. Dieser „Mondpreis“ habe ihr die „Zornesröte ins Gesicht“ getrieben.

Die von ihr betreuten Senioren erhielten jetzt keine Notfalldose mehr, sondern ein leeres Marmeladenglas. Auf dem Deckel klebt ein grünes Kreuz aus Isolierband. „In das Glas kommen alle für Notärzte/Rettungskräfte wichtigen Informationen“, schreibt sie. „Und ab damit in die Kühlschranktür. Von außen bekommt die Kühlschranktür auch ein grünes Kreuz aus Isolierband; ebenso die Wohnungsinnentür. Kosten: 0,00 Euro; Ressourcenverschwendung Plastik: Fehlanzeige.“

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