Abrechnung: Portal zählt auch fehlerhafte und abgebrochene Impfzertifikate

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Berlin - Die Ausstellung digitaler Impfzertifikate läuft so ab, wie es die Apotheken während der Pandemie leidvoll gewohnt sind: Sie müssen erst einmal machen und erfahren dann danach, wie genau es geht. Das gilt diesmal auch für die Abrechnung. Wie genau die funktioniert, weiß noch keine Apotheke – allerdings macht ein Detail bei der Ausstellung viele stutzig: Der Zähler im Portal läuft kontinuierlich, auch bei abgebrochenen oder fehlerhaften Übertragungen. Kommt da ein Abrechnungschaos auf die Apotheken zu?

Es gibt Apotheken, die hatten Montagmorgen schon dutzende Impfzertifikate ausgestellt, obwohl noch kein einziger Kunde in der Offizin stand – rein formal zumindest. Denn der zugehörige Zähler im DAV-Portal verbucht offenbar auch abgebrochene und fehlerhafte Vorgänge als fertige Impfzertifikate. Das fiel beispielsweise Gisela Fabritius-Friedel heute Morgen auf: „Ich bin zwar mit 60 ein Oldie in EDV-Fragen, aber ich war eine der ersten hier, die das anbietet. Zu Beginn habe ich heute Morgen erst einmal meine eigenen Impfpassdaten eingegeben, um es auszuprobieren“, erzählt die Inhaberin der Sonnen-Apotheke in Bonn. „Das hatte zuerst nicht funktioniert, also habe ich es mehrfach versucht und dann gesehen, dass der Zähler jedes Mal weitergelaufen ist.“

Also behielt sie den Zähler daraufhin im Blick – und tatsächlich kommen laut Portal weitaus mehr Ausstellungen zustande als es de facto der Fall ist. Doch was bedeutet das für die Apotheken? Auf welcher Datengrundlage wird abgerechnet? Darauf hätte die Inhaberin gern Antworten – doch die gibt es auch nicht. Die Abda kann sie zumindest aus dem Stegreif nicht geben. Theoretisch dürfte der Zähler nicht das Maß der Dinge sein, denn die an das Robert-Koch-Institut (RKI) übermittelten Daten würden dort anonymisiert und daraus dann die Abrechnungsdatensätze generiert.

Allerdings: Zumindest bei fehlerhaften Daten scheint die Übertragung ans RKI zu erfolgen. „Auf dem Ausdruck des Impfzertifikats ist ein Code, der sich jedes Mal unterscheidet – auch wenn man mehrfach denselben Impfpass einträgt“, sagt die Inhaberin. „Wenn man fünfmal denselben Namen eingibt, erhält man fünfmal einen neuen Code.“ Eine eigene Prüfung erfolgreicher und fehlerhafter Zertifikatserstellungen bestätigt das: Unter den Personendaten befindet sich ein längerer Code aus Zahlen, Buchstaben und Sonderzeichen namens „Eindeutige Zertifikatserkennung“. Werden also auch fehlerhafte oder doppelt ausgestellte Impfzertifikate vergütet? Und falls ja, was ist da als Apotheke zu tun?

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