Passwort falsch: Account erneut gesperrt

, Uhr
Berlin -

Während es in anderen Apotheken an der Erstellung der Impfzertifikate scheitert, hat Apotheker Patrick Witte in Mülheim an der Ruhr ein grundlegenderes Problem: Er kann seit gestern gar nicht erst auf das Portal zugreifen, da der Account der Apotheke gesperrt wurde – auch heute gibt es weiterhin Probleme.

Witte hat sich schon gestern geärgert: Nachdem er am Morgen das Passwort geändert hatte, ging nichts mehr. Der Zugang der Apotheke wurde gesperrt. Den ganzen Tag über mussten die Kund:innen vertröstet werden. Das Team legte schließlich eine Warteliste an, um die Anfragen im Blick zu behalten.

Erst heute befand sich im Postfach die E-Mail, um das Passwort erneut zurückzusetzen. Zunächst funktionierte das auch nach Plan – doch dann gab es erneut Probleme. „Es ist wirklich wie verhext“, meint Witte. Als er sich mit dem neuen Passwort an anderen Rechnern einloggen wollte, klappte es wieder nicht: Eine Meldung zeigte an, dass die Zugangsdaten nicht existieren. „Der Account wurde nach drei Versuchen wieder gesperrt – es dauert dann Stunden, bis die Mail für die Zurücksetzung kommt.“ Die Warteliste ist bereits lang.

Mittlerweile hat Witte den dritten Versuch gestartet. Aktuell kann er sich jedoch nur in seinem Büro einloggen. „Ich versuche es jetzt gleich erstmal mit meinem eigenen Impfpass und dann sehen wir weiter, ob es funktioniert.“ Doch jetzt wo der Zugang endlich funktioniert streikt das Portal selbst. Der Apotheker ist frustriert. Die Hotline ist gnadenlos überlastet und auch per Mail erhält er keinerlei Antworten auf seine Fragen. „Es kommt einfach null Rückmeldung und man wird total alleingelassen!“

Aus anderen Apotheken kommen ähnliche Rückmeldungen: Ein Apotheker berichtet sogar, dass er sich gar nicht erst für das Portal registrieren konnte. Nach Eingabe des Registrierungscodes erschien zwar die Meldung, dass die Verifizierungsmail versendet wurde – im Posteingang ist sie jedoch nicht zu finden. „Es kommt einfach keine Mail zurück“, so der Apotheker. Bei erneuter Eingabe wird der Code jedoch als „bereits verwendet“ gemeldet.

Auch er erhält seit Mittwoch vergangener Woche keinerlei Rückmeldungen auf E-Mails. „Es ist wirklich eine Katastrophe!“ Das Problem sieht er vor allem darin, dass die Bevölkerung die Apotheken für das Chaos verantwortlich macht – obwohl diese am wenigsten dafür können und wieder mal die Leidtragenden sind, die später in der Presse zerrissen werden.

Bleiben Sie auf dem aktuellsten Stand und abonnieren Sie den Newsletter von APOTHEKE ADHOC.

 

APOTHEKE ADHOC Debatte

Mehr zum Thema
Pessina will Apothekenkette verkaufen
Bericht: Walgreens bald ohne Boots »
Mehr aus Ressort
ApoRetrO – der satirische Wochenrückblick
Spahns Songs für den Zapfenstreich »
Versicherung, Personal, sonstige Impfungen
Corona-Impfung: Was Apotheken jetzt schon tun können »
Weiteres
Kriedel: „Er tritt die Motivationsbremse noch weiter durch“
Ärzte rechnen mit Spahn ab: „Grenze des Machbaren weit überschritten“»
„Versuchskaninchen im Gesundheitswesen“
E-Rezept: Ärzte wollen Einführung mit Petition stoppen»
Einführung trotz winziger Testzahlen
E-Rezept: BMG hält am 1. Januar fest»
Pessina will Apothekenkette verkaufen
Bericht: Walgreens bald ohne Boots»