Impfzertifikate: Reicht es, die Zweitimpfung einzutragen?

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Ansturm auf den Server: Der Start des digitalen Impfpasses in den Apotheken verläuft ruckelig.

Berlin - Die Ausstellung digitaler Impfzertifikate in den Apotheken ruckelt zu Beginn gewaltig. Vor allem in den ersten Stunden nach Öffnung war das Portal überlastet, dann wurden auch noch die Passwortvorgaben geändert und nicht zuletzt sind auch während der Durchführung noch zentrale Fragen offen: Wie ist mit zwei erfolgten Impfungen umzugehen? Beide nacheinander eingeben oder reicht die zweite, die schließlich den vollen Impfschutz belegt? Die Abda ist sich auf Anfrage selbst nicht ganz sicher – hat aber eine klare Empfehlung.

Apothekeninhaber Sameh Salama hat sich vorbildlich vorbereitet: Direkt hinter dem Eingang zu seiner Kleo-Apotheke im Berliner Stadtteil Wedding hat er einen Tisch mit der Aufschrift „digitaler Impfpass“ aufgestellt, Schilder an Tür und Schaufenster weisen schon von außen darauf hin, dass seine Apotheke zu den ersten gehört, die den neuen Service anbietet. Auf dem Tisch steht neben Laptop und Drucker auch ein zweiter Bildschirm, der den Laptop-Screen spiegelt und den Kund:innen so die Möglichkeit gibt, seine Eingaben live mitzuverfolgen. Salama hat also alles richtig gemacht – doch es bringt nicht viel, denn das Portal will nicht, wie es soll.

Bei der Eingabe hängt sich die Maske ständig auf: Vor- und Nachname, Geburtsdatum – jede Eintragung dauert eine gefühlte Ewigkeit, weil immer wieder ein graues Fenster mit der Schrift „500 | INTERNER FEHLER“ erscheint. Kommt man über die Personendaten hinaus, ist der Kampf noch nicht durchstanden. Es folgt die Auswahl des Impfstoffs samt Impfdatum. Danach sollte das Auswahlfenster erscheinen, in dem angegeben wird, ob es sich um die Erst- oder die Zweitimpfung handelt – eigentlich. Das Feld bleibt grau. Immer wieder muss es Salama versuchen, immer wieder von vorn. Irgendwann hat er die Eingabemaske bezwungen – doch auch bei Anzeige des QR-Codes und Erstellen der PDF-Datei hakt es. Endlich hat er den ersten Code nach rund 20 Minuten gedruckt – um zu entdecken, dass das System den letzten Buchstanden des Nachnamens nicht erfasst hat. Vermutlich erschien das Fehlerfenster genau bei dessen Eingabe. Also alles nochmal von vorn.

So wie Salama erging es am Montagmorgen tausenden Apothekern. Dass das Portal seine Schwierigkeiten hat, dem Ansturm standzuhalten, ist nach Aussage der Abda keine Überraschung. „Der Run ist irre, sowohl patienten- als auch apothekenseitig sind die Zugriffszahlen auf das Portal sehr hoch. Deshalb ist es punktuell nicht zu erreichen oder zeigt Fehlermeldungen an“, erklärt ein Sprecher. „Das ist ein erwartetes und erwartbares Problem, das sich im Moment leider nicht ganz vermeiden lässt. Wir gehen aber davon aus, dass sich das bald egalisiert. Mit diesem Überlastungsphänomen am Anfang müssen wir leider leben.“

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