Impfpass: Apotheke arbeitet mit eigener Website

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Berlin -

Der Start des digitalen Impfausweises steckt noch vielen Apothekenteams in den Knochen. Nur holprig ging es zunächst voran, der gestrige Vormittag war von Pannen und Ausfällen geprägt, und heute gibt es schon wieder Probleme. Apotheker Ardalan Aryandoust hatte mit alldem nur wenig zu tun. Mit einer eigens entwickelten Website kann er unabhängig von überlasteten Websites die Daten erfassen.

Aryandoust weiß er um die Komplikationen, die die Digitalisierung mit sich bringen kann. „Ich habe schon früh gemerkt, dass ich nicht damit zufrieden bin, wie es in vielen Apotheken läuft“, erklärt er. Daher hat er sich selbst der Thematik angenommen und sich auf die Digitalisierung der Gesundheitsbranche spezialisiert. In den Maxmo-Apotheken in Neuss läuft nahezu alles digital. Während der Corona-Pandemie hat Aryandoust sein Programm inklusive digitaler Lösungen weiter ausgebaut – so konnte das Tool auch für Testungen & Co. genutzt werden.

Beim digitalen Impfpass kommt das System erneut zum Tragen: Über die Website Impfpass-eu.de können sich die Kunden bequem registrieren. Die Anfragen können dann von der Apotheke nach und nach abgearbeitet und verifiziert werden. Seit Freitag sind über 5000 Anmeldungen über das Portal eingegangen. Den großen Ansturm am Montagmorgen inklusive massiver Überlastung der Websites hat das Team daher kaum mitbekommen.

Die Registrierung kann auf unterschiedliche Weise erfolgen: Die Kunden können sich zum einen bequem von Zuhause aus anmelden. Auf der Website muss dabei ein Anmeldeformular ausgefüllt werden, mit dem man eine von drei Apotheken in Neuss auswählen kann, die die Verifizierung vornehmen soll. Für Personen ohne Internetzugang bietet die Apotheke vor Ort außerdem Tablets an, auf denen die Anmeldung durchgeführt werden kann. Alternativ bleibt auch der „klassische“ Besuch vor Ort.

Die von Zuhause registrierten Kunden kommen nach der Anmeldung mit Ausweis und Impfpass in die Apotheke, um die Unterlagen überprüfen zu lassen. Anschließend erhalten sie eine E-Mail mit der Bestätigung. Sobald die Daten von der Apotheke offiziell übermittelt und der QR-Code erstellt wurden, wird er bequem per Mail zugeschickt. „So muss keiner warten, und ein Ausfall der RKI-Seite ist für unser Procedere irrelevant“, erklärt der Apotheker.

Diese Vorgehensweise sei für beide Seiten von Vorteil: Denn nicht nur die Kunden könnten auf die Wartezeiten verzichten, auch das Apothekenteam könne die Anfragen in Ruhe abarbeiten – so wie gerade Zeit ist. „Der Betrieb vor Ort kann normal weiterlaufen.“ Doch Aryandoust sieht einen weiteren Vorteil: „Wenn der Code mal verloren geht, haben die Kunden ihn außerdem stets griffbereit als PDF.“ Da keine Kopien von Ausweis oder Impfpass erfolgen, gebe es keine Probleme mit dem Datenschutz. „Die Daten bleiben nur so lange gespeichert, bis sie an das RKI übermittelt wurden“, erklärt Aryandoust.

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