Nach 20 Jahren

Sachsen: Tarifvertrag für Apothekenteams in Sicht Alexander Müller, 20.11.2017 10:37 Uhr

Berlin - Angestellte in sächsischen Apotheken dürfen hoffen, dass demnächst auch für sie ein Tarifvertrag gilt. Mehr als 20 Jahre nach dem Abschied aus der Tarifgemeinschaft plant der Sächsische Apothekerverband (SAV) die Rückkehr. Allerdings wird eine eigenständige Lösung wie im Kammerbezirk Nordrhein angestrebt. Jetzt werden ehrenamtliche Mitglieder für eine Tarifkommission gesucht.

Der SAV war 1997 aus dem Arbeitgeberverband ADA und damit aus der Tarifgemeinschaft ausgetreten – nach eigenem Bekunden wegen der „strukturellen Besonderheiten“ in Sachsen. Diese hätten in einem gemeinsamen Tarifvertrag für das gesamte Bundesgebiet nicht ausreichend berücksichtigt werden können. Ein eigener, davon abweichender Tarifvertrag für Sachsen sei damals nicht verhandelbar gewesen, so der SAV.

Doch jetzt haben sich die Vorzeichen offenbar geändert. Man habe sich entschieden, neue Gespräche mit der Apothekengewerkschaft Adexa über eine Rückkehr in die Tarifgemeinschaft aufzunehmen, heißt es in einem Schreiben an die Apotheken. Dass Adexa zugestimmt habe, eine eigenständige Lösung zu finden, lasse die Aufnahme von Gesprächen mit der Gewerkschaft „zum jetzigen Zeitpunkt sinnvoll erscheinen“, so der SAV.

Als Gründe nennt der SAV unter anderem „die sich immer mehr verändernde Situation auf dem Arbeitsmarkt“ und den „spürbaren Mangel an motiviertem und qualifiziertem Fachpersonal“. Außerdem habe es sowohl auf Seiten der Arbeitgeber als auch der Arbeitnehmer der Wunsch nach einer grundlegenden Festlegung verbindlicher Arbeitsbedingungen bestand

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