Einkommensvergleich

PTA und Zimmermädchen sind arm dran

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Berlin -

Apothekenmitarbeiter gehören nach der Ausbildung zu den mit am schlechtesten bezahlten Berufsanfängern. Mit ihrem Einkommen liegen sie auf dem Niveau von Zimmermädchen/Roomboys oder Friseuren/innen. Apotheker kurz nach der Approbation geht es etwas besser. Sie liegen im Mittelfeld der Einsteiger-Einkommensskala von Akademikern. Das geht aus einer Einkommensstatistik des Vergleichsportals Gehalt.de hervor.

Laut Tarifvertrag verdienen PTA im ersten und zweiten Berufsjahr circa 24.000 Euro im Jahr. PKA liegen mit ihren Tarifgehältern noch darunter. Nach den Angaben von Gehalt.de verdienen Zimmermädchen oder Roomboys im Mittel als Berufsanfänger ebenfalls rund 24.000 Euro. Auf gleichem Niveau bescheiden müssen sich danach Fotografen, Arzthelferinnen, Animateure, Köche und Call Center-Mitarbeiter.

Deutlich besser schneiden Berufseinsteiger ohne Uni-Abschluss zum Beispiel als Account-Manager mit knapp 50.000 im Durchschnitt ab gefolgt von Vertrieblern mit 43.000 Euro und Bankangestellten mit ebenfalls 43.000 Euro. Darauf folgen IT-Spezialisten mit 42.000 Euro, Bilanzbuchhalter mit 39.000 Euro, Softwareberater mit 38.00 Euro und technische Kundenbetreuer mit 36.000 Euro. Versicherungsberater und Softwareentwichkler folgen mit 35.000 Euro Jahresgehältern.

Anders sieht es für Universitätsabgänger aus: Fondsmanager verdienen im ersten Jahr bereits im Mittel 56.000 Euro und liegen damit an der Spitze. Außendienstmitarbeiter kommen auf 54.00 Euro, Rechtsanwälte auf 46.000 Euro, Steuerberater auf 54.000 Euro und Fachärzte auf 40.000 Euro. Apotheker erhalten laut Tarifvertrag im ersten Berufsjahr wie Ärzte rund 40.000 Euro.

Allerdings garantiert ein Uni-Abschluss automatisch kein hohes Einkommen. So erhalten laut Gehalt.de Sozialarbeiter als Berufsanfänger nur 32.000 Euro. Auch Kulturmanager werden mit 32.000 Euro pro Jahr unterdurchschnittlich bezahlt. Grafiker erhalten napp 30.000. Physiotherapeuten und Logopäden liegen mit gut 27.000 Euro etwas darunter.

Laut Gehalt.de kann man in der Finanzwelt die besten Einkommen erzielen. Alle großen Finanzinstitute, Kapitalgesellschaften und Banken brauchen Fondsmanager. Diese steigen in Ausnahmefällen sogar mit 75.000 Euro ins Berufsleben ein. In der Regel sind dies Betriebs- und Volkswirte.

Aber auch Verkäufer besitzen gute Chancen auf hohes Einkommen: „Verkäufer sitzen unmittelbar am Umsatzhebel, was hohen Einfluss auf ihr Gehalt hat. Oftmals werden die abgeschlossenen Deals mit hohen Prämien versehen, die das Fixgehalt aufstocken“, erklärt Philip Bierbach, Geschäftsführer von Gehalt.de.

Doch nicht alle Akademiker starten mit Gehältern jenseits der 40.000 Euro ein. Manch einer freut sich darüber, überhaupt die 30.000-Euro-Grenze zu erreichen. In der aktuellen Auswertung beziehen akademische Berufseinsteiger an der Rezeption das geringste Gehalt. Es beträgt durchschnittlich 26.393 Euro. Uniabsolventen mit dem Fach Hotelmanagement brauchen demnach eine gute Ausdauer. Sie durchlaufen in Hotels unterschiedliche Bereiche, bis sie schließlich in leitender Funktion den Hotelbetrieb steuern können.

Zuletzt hatte die European Association of Pharmacy Technicians (EAPT) die Gehälter von PTA in verschiedenen europäischen Ländern verglichen. Dabei hat die Organisation nicht nur geschaut, wie viel man in den einzelnen Ländern verdient, sondern auch die Kaufkraft ermittelt, also wie viel man sich für das Gehalt kaufen kann. Der Kaufkraftstandard (KKS) zeigt den Lohn bereinigt von Unterschieden im Preisniveau, Lebenshaltungskosten und Inflation.

In Deutschland verdienen PTA laut Tarifvertrag im ersten Jahr 2017 Euro pro Monat, die höchste Gehaltsstufe ist nach 15 Jahren erreicht. Dann gibt es 2613 Euro monatlich. Die EAPT ist von einem Durchschnittsgehalt von 2259 Euro ausgegangen. Der Kaufkraftstandard liegt bei 2189 Euro. Damit ist Deutschland die Nummer 3 in Europa.

Am besten verdienen PTA – wie Apotheker – in Dänemark: Das Durchschnittsgehalt liegt bei 4036 Euro im Monat. Auch wenn man sich anschaut, wie viel sich die dänischen PTA von ihrem Gehalt leisten können, ist das Land Spitze. Der Kaufkraftstandard liegt bei 3053 Euro und somit fast 40 Prozent höher als in Deutschland. Die Kollegen in Norwegen verdienen umgerechnet 3324 Euro, der Kaufkraftstandard liegt bei 2332 Euro. Etwa gleichauf mit Deutschland liegen die PTA aus Schweden. Sie bekommen ein Durchschnittsgehalt von umgerechnet 2753 Euro, der Kaufkraftstandard liegt bei 2169 Euro.

Auf Platz 5 liegt Großbritannien. PTA erhalten hier ein Durchschnittsgehalt von umgerechnet 2147 Euro, der Kaufkraftstandard liegt bei 1834 Euro. Auf der Nachbarinsel Irland verdienen PTA ähnlich viel: 2028 Euro, der Kaufkraftstandard liegt bei 1826 Euro. Auf Platz 7 und 8 folgen Frankreich und Irland.

In Frankreich verdienen PTA mit 1835 Euro pro Monat zwar weniger als die Kollegen in Finnland mit 2066 Euro, man kann sich aber wegen der niedrigeren Lebenshaltungskosten in Frankreich genauso viel davon kaufen. Der Kaufkraftstandard liegt in Frankreich bei 1698 Euro, in Finnland bei 1691 Euro.

In Slowenien erhalten PTA ein Durchschnittsgehalt von 1300 Euro, allerdings sind in dem Land auch die Kosten niedriger als in anderen europäischen Ländern. Der Kaufkraftstandart beträgt darum 1651 Euro. Genauso verhält es sich in Portugal: PTA verdienen hier 900 Euro, der Kaufkraftstandard liegt bei 1156 Euro und ist damit nur halb so hoch wie in Deutschland. Tschechische PTA bekommen 758 Euro, allerdings netto, das entspricht einem Kaufkraftstandard von 1215 Euro netto.

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