20.000 Euro: Kunde will sich an Apotheke beteiligen | APOTHEKE ADHOC
Gutefrage.net

20.000 Euro: Kunde will sich an Apotheke beteiligen

, Uhr
Berlin -

Als nach eigenem Bekunden größte deutsche digitale Ratgeber-Community hat sich Gutefrage.net seit zehn Jahren bei Ratsuchenden etabliert. Dort kann jeder Fragen stellen und erhält im besten Fall kompetente Antworten von anderen Usern. Für die Unbedenklichkeit und Richtigkeit der Ratschläge gibt es keine Garantie. Es gibt eine eigene Rubrik Gesundheit. Dort wollte kürzlich ein User wissen, ob er sich mit 20.000 Euro an einer Apotheke beteiligen könne. „Die rufen höchstens einen Arzt“, war eine der Antworten.

„Kann ich zur Apotheke gehen und Geld anbieten um an Gewinn beteiligt werden zu können? Ich will meiner Apotheke 20.000 Euro anbieten und will 1/4 vom Gewinn haben. Kann ich mit Apothekeninhaber so einen Vertrag anbieten?“ wollte kürzlich „MentholMan“ von der Community wissen. „Da müsstest du noch zwei 0 dranhängen, damit du 25 Prozent haben kannst. Und dann müssen sie sich drauf einlassen, aber möglich ist sowas in der Theorie, nur mit erstarken der Online-Apotheken, bin ich mir nicht sicher, ob sich das wirklich rechnet“, schlägt Solenostemon vor.

„Nein, das würde gegen das Apothekengesetz verstoßen“, antwortete Traveller24. Zudem seien 20.000 Euro für 1/4 einer Apotheke „sehr sehr wenig“. Das würde laut Traveller24 bedeuten, dass die gesamte Apotheke nur 80.000 Euro wert wäre: „Da müsstest Du schon eine Null hinter die Euros hängen.“

Keine Chancen räumt pblaw diesen Anliegen ein: das sei zwar möglich, „aber welcher Apotheker würde das wollen und warum?“ Mit einer Gegenfrage reagiert Gustavolo: „Nehmen wir einmal an, der Apotheker würde ausnahmsweise dein 20.000 Euro-Angebot annehmen, mit welchem Gewinn in Euro kalkulierst du?“ Und SailorRipley meint: „Der Apotheker braucht keinen Kredit, der hat genug Geld.“ Und wenn er doch einen bräuchte, würde er sich einen von der Bank für 2 oder 3 Prozent holen und „nicht von Dir für 25 Prozent“. „Also, warum sollte er?“ „Die rufen höchstens einen Arzt“, stellt archibaldesel zum Abschluss der kurzen Debatte fest.

Aber es gibt auch andere Probleme von Ratsuchenden: Cucucucu hat sich nach der Einnahme von Medikamenten „gleich übergeben jetzt noch eine oder nicht?“, will der User wissen: „Hallo ihr Lieben. Also bin momentan krank. Hab Mexalen 500 eingenommen und ohne zu übertreiben hab ich innerhalb von 10 Sekunden heftig erbrochen. Mir kam's so vor als wäre die Tablette wieder mit rauf gekommen obwohl ich sie im Kübel nicht gesehen habe... meine frage jetzt soll ich noch eine nehmen oder lieber warten? Schonmal danke an alle die antworten.“

Die Antworten erstaunen: „Da Mexalen nix anderes als Paracetamol ist, wirst du schon merken, ob sie wirkt. Wenn nicht kannst du in einer Stunde immer noch eine nehmen“, empfiehlt etwa maja0403. Oder: „Wart mal ab, bis der Magen sich wieder beruhigt hat. In ner Stunde versuch es mit viel Flüssigkeit wieder. hattest Du vielleicht noch nichts gegessen, dass das wieder hochkam? Bei manchen Leuten regiert der Magen empfindlich auf Schmerzmittel“, antwortet SiViHa72. „Statt hier medizinische Laien zu fragen, solltest du deinen Arzt anrufen und dort nachfragen“, rät immerhin Kandahar.

Gutefrage.net zählte im Mai 2017 rund 3,6 Millionen Mitglieder, 18 Millionen Fragen und 70 Millionen Antworten. Im November 2017 lag die Plattform laut Amazon auf Platz 55 der meistbesuchten Webseiten Deutschlands. Man könnte Gutefrage.net so sehen, wie sich gutefrage.net selbst sieht, nämlich als „Deutschlands größte Frage-Antwort-Community“, als „Pulsmesser der deutscher Befindlichkeit“, schrieb kürzlich „Die Welt“. Die nutzergetriebene Plattform basiere auf dem Konzept der Schwarmintelligenz. Das Konzept besage, dass ein Medium wie das Internet in der Lage sei, dezentrales Wissen einzelner Individuen zu einer Art gesammeltem Superwissen zusammenzuführen. An dieser These scheinen Zweifel berechtigt.

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