Arbeitsrecht

PTA in zwei Apotheken Alexander Müller, 20.09.2017 10:26 Uhr

Berlin - Große Gehaltssprünge dürfen PTA in Apotheken nicht erwarten. Die Steigerungen im Gehaltstarifvertrag sind eher bescheiden: Mit 15 Jahren Berufserfahrung verdient ein PTA knapp 600 Euro mehr als ein Berufseinsteiger, weitere Steigerungen gibt es nicht. Angesichts des Fachkräftemangels können Angestellte zwar nachverhandeln und werden oft übertariflich bezahlt, aber es gibt noch einen weiteren Trick, die Kasse aufzubessern: in zwei Apotheken zu arbeiten.

Eine Berliner PTA hat genau das mit ihren beiden Chefs ausgehandelt. Sie arbeitet mit reduzierter Stundenzahl in einer Apotheke und hat einen 450-Euro-Job in der anderen. Da die beiden Apotheken keine Konkurrenten sind, haben die Inhaber kein Problem damit. Und für die Angestellte lohnt sich das Job-Splitting durchaus. Bei der folgenden Beispielrechnung hat die Kanzlei Hönig und Partner geholfen.

Bei einer vollen Stelle mit 40 Wochenstunden erhält eine PTA laut Tarifvertrag im ersten Berufsjahr ein Gehalt von 2017 Euro Brutto. Die gesetzlichen Abzüge summieren sich auf 631,41 Euro – also inklusive Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag sowie die Arbeitnehmerbeiträge zur Kranken-, Pflege-, Rente-, und Arbeitslosenversicherung. Damit bleibt der PTA ein Nettoverdienst von 1385,59 Euro. Die Kirchensteuer ist gegebenenfalls noch abzuziehen.

Teilt die PTA ihre Arbeitszeit dagegen auf, steht sie unter dem Strich besser da. Für einen 450-Euro-Job muss sie in der „Zweitapotheke“ neun Stunden arbeiten. Zahlt sie hieraus in die Rentenversicherung ein, bleiben 433,35 Euro. Von dieser Pflicht kann man sich aber auf Antrag freistellen lassen, dann bleibt der volle Betrag zur Verfügung.

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