Gynäkologie

Regelschmerzen: Von Endometriose bis Schmerzmittel dpa, 15.08.2018 11:19 Uhr

Berlin - Jeden Monat aufs Neue haben viele Frauen mit starken Schmerzen zu kämpfen. Das sei halt so, hat man ihnen früher gesagt. Heute wissen Ärzte: Dahinter kann eine Krankheit stecken. Und auch gesunde Frauen müssen sich nicht einfach damit abfinden.

Monat für Monat das Gleiche: Regelschmerzen. Damit haben viele Frauen zu tun. Ein leichtes Ziehen im Unterleib ist zwar unangenehm, aber noch einigermaßen erträglich. Nicht wenige trifft es aber richtig arg: Sie haben derartige Krämpfe, dass ihre Lebensqualität stark eingeschränkt ist und sie zu Hause bleiben müssen. „In solchen Fällen sollten Betroffene sich unbedingt umfassend gynäkologisch untersuchen lassen“, rät Dr. Antje Sperfeld, die als Frauenärztin am Helios Klinikum Berlin-Buch tätig ist. Denn Ursache von anhaltenden starken Regelschmerzen kann die Krankheit Endometriose sein.

Die Erkrankung ist chronisch, aber gutartig. Dabei tritt Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut – dem Endometrium – ähnlich ist, im Unterleib auf. „Was genau der Auslöser ist, ist unklar“, sagt Sperfeld. Das Gewebe siedelt sich zum Beispiel an den Eierstöcken, an den Eileitern, am Darm oder am Bauchfell an. In aller Regel wirken die Hormone des Monatszyklus auf diese Endometrioseherde ein. Die Folge ist, dass die Herde zyklisch wachsen und bluten. Das wiederum führt zur Bildung von Zysten. Auch Vernarbungen und Verwachsungen können entstehen. Entzündungsreaktionen sind ebenfalls möglich.

Nach Angaben der Endometriose Vereinigung Deutschland haben bis zu 15 Prozent aller Frauen im geschlechtsreifen Alter Endometriose – in Deutschland wären das sechs Millionen Betroffene. Jährlich erkranken mehr als 30.000 Frauen an Endometriose. Die Erkrankung zählt zu den häufigsten Ursachen von Unfruchtbarkeit. „Wer also unter quälenden Regelschmerzen leidet, sollte dies in jedem Fall ärztlich abklären lassen“, sagt auch der Berliner Heilpraktiker Arne Krüger aus dem Fachverband Deutscher Heilpraktiker (FDH). Behandelt wird Endometriose mit einer Hormontherapie.

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