PTA wird Programmiererin

, Uhr

In den verschiedenen Betrieben sei das Verhalten der Kunden immer ähnlich gewesen. In einer Apotheke neben einem Busbahnhof war der Druck besonders groß: „Die Arzneimittel wurden sofort eingefordert, mit dem Zusatz: ‚In fünf Minuten geht mein Bus.‘“ Zudem könnten Kunden in der Offizin nicht wie etwa beim Metzger oder im Supermarkt in einer Schlange warten. Seifert wollte sich zuletzt nicht mehr damit beschäftigen. „Jammern hilft nichts. Man muss etwas ändern.“

Sie interessierte sich für die Tätigkeit als Außendienstmitarbeiterin, doch Passau sei keine gefragte Region. Zudem gebe es im Südosten keine großen Hersteller. Als PTA kam sie außerhalb der Apotheke nicht weiter. Eine neue Ausbildung sollte die Lösung sein. Sie bewarb sich als Industriekauffrau, Fremdsprachenkauffrau sowie Groß- und Einzelhandelskauffrau. Erfolglos. Schließlich probierte sie es als Bürokauffrau und wurde zu einem Bewerbungsgespräch beim IT-Unternehmen msgGillardon eingeladen.

Nach dem überraschend langen, zweieinhalbstündigen Bewerbungsgespräch wurde ihr ein Ausbildungsplatz als Fachinformatikerin für Anwendungsentwicklung angeboten. „Das war schon interessant. Ich habe mir das aber selbst nicht zugetraut.“ Doch im Gespräch überzeugte sie den Geschäftsstellenleiter – trotz schlechter Note in Mathematik bewies Seifert Fähigkeiten zum logischen Denken. „Wieder Azubi zu sein, ist eine ziemliche Umstellung“, sagt sie. Die Tätigkeit und der gute Austausch mit den anderen Auszubildenden mache Spaß. „Der Job ist zukunftssicherer als PTA.“ Dem Kundenkontakt könnte sie eventuell noch einmal eine Chance geben: „Vielleicht werde ich später Schulungen für bestimmte Programme anbieten.“

Bleiben Sie auf dem aktuellsten Stand und abonnieren Sie den Newsletter von APOTHEKE ADHOC.

 

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Neuere Artikel zum Thema

Weiteres
Übelkeit, Durchfall & Co. im Sommer
Wenn die Hitze auf den Magen schlägt»
Die Psyche übernimmt das Kommando
Wenn der Stress auf den Magen schlägt»