PTA wird Programmiererin

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Berlin - Menschen helfen – ein Wunsch, mit dem viele naturwissenschaftlich interessierte Schüler beim PTA-Beruf landen. Auch Bianca Seifert entschied sich deshalb für die Ausbildung und die Apotheke vor Ort. Mit so vielen unfreundlichen Kunden rechnete sie jedoch nicht, die Dreistigkeit belastete sie. Nach fast acht Jahren zog die 31-Jährige einen Schlussstrich und widmet sich jetzt lieber Zahlen: Im September begann sie eine Ausbildung zur Programmiererin.

Seifert hat genug von Apotheke. Doch weder die Pharmazie noch die Arbeitsbedingungen sorgten für ihren Verdruss. „In der letzten Apotheke, in der ich tätig war, waren Klima und Kollegen gut“, sagt die Passauerin. Doch die Kunden zeigten kaum ein Mindestmaß an Freundlichkeit. In der Hälfte der Fälle werde beim Betreten der Offizin nicht gegrüßt; Bitte und Danke seien Fremdworte, kritisiert Seifert.

Dazu kämen die ewigen Klagen im HV. „Apotheken sind immer an allem schuld“, so Seifert. Seien es wechselnde Rabattverträge, der Inhalator, den die Mutter nicht auf Rezept bekomme oder von Ärzten falsch verordnete Arzneimittel – Gründe, sich zu beschweren gab es viele. „Oder wenn man um 19.55 Uhr kurz vor Schluss keine 20-minütige Kosmetikberatung mehr anbieten will. Ich wollte das nicht mehr.“ Die schlechte Stimmung beeinflusste zuletzt auch das Privatleben der PTA: „Ich hatte keine Lust mehr, in meiner Freizeit etwas mit Menschen zu unternehmen.“

Nach der Ausbildung war sie in mehreren Apotheken tätig. Offene Stellen seien zu Beginn nicht leicht zu finden gewesen. Gerade direkt nach der Schule im Jahr 2010 habe keiner wegen der anstehenden Gesundheitsreform neue Mitarbeiter einstellen wollen. „Ich fand den Beruf super und hatte ein tiefes Wissen. Das war schon frustrierend, dass einen keiner wollte“, erinnert sie sich. 50 Bewerbungen in einem Umkreis von 50 Kilometern seien ins Leere gelaufen. Letztlich klappte es.

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