Lieferengpässe: „Die haben das doch studiert, nicht ich!“

, Uhr

Die Gelatinekapseln hat sie letztendlich auch selbst organisiert, erst versehentlich zu große, auf denen sie nun sitzen bleibt, dann passende – über Amazon. Doch die Unsicherheit bleibt, auch wenn Elze nun zumindest auf absehbare Zeit versorgt zu sein scheint: „Die haben von den 150ern tatsächlich eine 100er-Packung ranbekommen. Ich habe jetzt quasi einen Jahresvorrat“, sagt sie. Doch auch das kann keine Dauerlösung sein, da es ihrem eigentlichen Therapieziel zuwiderläuft. „Ich merke schon, dass das eine Aufdosierung ist.“ So schlafe sie seitdem schlecht, habe „wilde Träume“ und wache beinahe jede Nacht mehrfach auf. „Daran habe ich mich aber schon gewöhnt. Das sind Nebenwirkungen, die ich schon kannte.“

Dauerhaft mit ihnen leben wollen sie trotzdem nicht – also macht sie weiter, informiert sich über Lieferengpässe und hofft, dass sich die Situation auf absehbare Zeit beruhigt. Auch über die Hintergründe – von Rabattverträgen bis zur Produktionsverlagerung ins Ausland – hat sie sich mittlerweile belesen und spielt mit dem Gedanken, einen offenen Brief an das Gesundheitsministerium zu schreiben. „Ich würde Spahn gern fragen, ob er genauso handeln würde, wenn er selbst betroffen wäre.“

Für ihre eigene Situation bleibt ihr im Moment nichts, außer zu hoffen. „Nach meinen Informationen sollen die Engpässe bei Venlafaxin wohl gegen Ende des Jahres einpegeln. Ich werde dann wohl ab Anfang nächsten Jahres wieder auf Forschungs- und Entdeckungsreise gehen. Das krieg ich schon hin, ich bin doch schon groß“, sagt sie ironisch.

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

APOTHEKE ADHOC Debatte

Neuere Artikel zum Thema
Weiteres
„Der Betriebsablauf darf nicht gestört werden“
Angestellte abwerben: Das ist nicht erlaubt»
„Es ist schwierig, das Abwerben hinterher zu belegen“
Apotheker enttäuscht: Drei Angestellte abgeworben»
Dosierung, bedenkliche Stoffe, Preis
Retaxgefahr Rezeptur»
Rechtliche und pharmazeutische Aspekte
Grauzone: Abgabe von mehreren OTC-Packungen»