Cholesterinsenker

Fresh-up: Statine

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Berlin -

Jedes Jahr sterben in Europa mehr als 4 Millionen Menschen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, einer der Gründe sind Hypercholesterinämien. Vor allem in Kombination mit Adipositias und Diabetes ist das Risiko beträchtlich erhöht. Als Therapieoptionen kommen Cholesterinsenker wie Statine in Frage. Wie greifen diese Arzneimittel in den Metabolismus ein und worauf sollte bei der pharmazeutischen Beratung geachtet werden? Ein Überblick.

Statine gehören zu den sogenannten Hemmern der HMG-CoA-Reduktase, dieses Enzym ist ein Zwischenprodukt der Cholesterinneusynthese. Sie unterdrücken die Bildung des Cholesterins, dies wird mit einer verstärkten Aufnahme aus dem Blutplasma kompensiert. Indiziert bei Hypercholesterinämie und auch zur Vorbeugung kardiovaskulärer Ereignisse sind die Arzneistoffe wie Simvastatin, Atorvastatin, Lovastatin, Fluvastatin und Pravastatin. Die Therapie mit Statinen bewirkt eine deutliche Reduktion an Herzinfarkten und Todesfällen.

Dieser Substanzklasse werden auch sogenannte pleiotrope Effekte zugeschrieben, das heißt die gleichzeitige günstige Beeinflussung weiterer Parameter abgesehen von der bloßen Cholesterinsenkung. Experten diskutieren hier die Verbesserung der Funktion und des Schutzes des Gefäßendothels sowie antioxidative und antientzündliche Effekte. Daten zu klinisch relevanten Unterschieden hinsichtlich des Ausmaßes pleiotroper Effekte zwischen den verschiedenen Statinen liegen nicht vor. Statine senken den Spiegel des „bösen“ Cholesterins im Blut, dem LDL (Low-densitity Lipoprotein). LDL ist hauptverantwortlich für die meisten Cholesterin-bedingten Schäden des Körpers. Eine cholesterinreduzierte Diät erhöht die Effektivität der Senkung des Cholesterinspiegels.

Der Dosierungsbereich liegt für alle Statine bei 5 bis 80 mg pro Tag als Einmaldosis; bei Kindern und Jugendlichen wird entsprechend weniger dosiert. Die Tabletten sollten abends eingenommen werden, da die körpereigene Cholesterinsynthese nachts am höchsten ist und so gehemmt werden kann. Die 80-mg-Dosis wird nur für Patienten mit schwerer Hypercholesterinämie und hohem Risiko kardiovaskulärer Komplikationen empfohlen, bei denen die Therapieziele mit niedrigeren Dosen nicht erreicht wurden und zu erwarten ist, dass der Nutzen der Behandlung den potenziellen Risiken überwiegt.

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