19. Deutscher Lebertag

Leber: Freund und Feind von Arzneimitteln Deniz Cicek-Görkem, 20.11.2018 15:13 Uhr

Berlin - Die Leber ist das größte innere Organ des menschlichen Körpers und erfüllt vielfältige Funktionen im Körper. Dabei spielt sie auch eine große Rolle im Arzneistoffmetabolismus. Dabei kann sie durch bestimmte Medikamente geschützt, aber auch angegriffen werden. Ein Überblick zu einem der am stärksten durchbluteten Organe anlässlich des Deutschen Lebertages.

Die Leber befindet sich, geschützt unter den Rippen, im rechten Oberbauch. Sie reguliert den Eiweiß-, Fett- und Zuckerstoffwechsel sowie den Mineral-, Vitamin- und Hormonhaushalt. Die Leber ist aber nicht nur ein zentrales Stoffwechsel-, sondern auch ein Speicherorgan. Als Stoffwechseldepot sorgt sie für Reserven im Organismus. Sie speichert beispielsweise fettlösliche Vitamine und auch Mineralstoffe. Dadurch kann sich das Organ im Notfall aus diesem Pool bedienen. Weiterhin übernimmt sie auch die Entgiftung und verhindert, dass Erreger und Schadstoffe in den Blutkreislauf gelangen. Über die Galle scheidet die Leber außerdem Substanzen wie Bilirubin, Cholesterin sowie Arzneistoffe und ihre Metabolite aus.

Bestimmte Leberwerte können Aufschluss über die Funktionsfähigkeit der Leber und Hepatozyten geben. Hinweise zu Störungen in den Leberzellen können unter anderem die Alanin-Aminotransferase (ALAT), Aspartat-Aminotransferase (ASAT) und γ-Glutamyltransferase (Gamma-GT) und der Eisenwert geben. Bilirubin, Alkalische Phosphatase, Gesamt-, LDL- und HDL-Cholesterin können als Indikatoren für Unstimmigkeiten in der Ausscheidungsleistung dienen. Die Syntheseleistung können über die Thromboplastinzeit, Cholinesterase, Albumin und Gesamteiweiß beurteilt werden. Bestimmte Störungen der metabolischen Leistung sind über den Ammoniak-Wert festzustellen. Häufige Lebererkrankungen sind Hepatitis, Leberzirrhose, Fettleber und Leberkrebs. Auch gibt es autoimmune Lebererkrankungen.

Schädlich für die Leber ist zweifelsohne Alkohol. Aber auch Übergewicht ist eine große Gefahr für das Organ. Die Verfettung kann viele Erkrankungen mit sich bringen und zu einer Schädigung der Leberzellen führen. Aber auch die Einnahme von bestimmten Medikamenten sind ein Risiko. Hintergrund ist, dass der peroral verabreichte Arzneistoff in den systemischen Blutkreislauf gelangen muss, um Effekte am Wirkort zu entfalten. Der sogenannte First-Pass-Effekt, die erste Leberpassage, ermöglicht dies. Wirkstoffe wie Paracetamol werden hepatisch metabolisiert und haben eine geringe therapeutische Breite. Daher können bei langfristiger Einnahme oder in hohen Dosis lebertoxische Wirkungen auftreten.

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