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Blutdrucksenker + kaliumsparende Diuretika = Hyperkaliämie Maria Köpf, 13.02.2018 12:47 Uhr

Berlin - ACE-Hemmer wie Ramipril vertragen sich nicht gut mit vielen Medikamenten. Verordnet ein Arzt ein kaliumsparendes Diuretikum und ein anderer einen ACE-Hemmer, wird es kritisch. Es kann zu Hyperkaliämie, massivem Blutdruckabfall und einer Verschlechterung der Nierenfunktion kommen.

Fall: Ein Patient ist Stammkunde und auf Ramipril 2,5 mg als Dauermedikation eingestellt. Neuerdings macht ihm neben dem Bluthochdruck auch ein Ödem durch das lange berufliche Autofahren zu schaffen. Sein Kardiologe war akut nicht erreichbar, sein Hausarzt verordnete vorsichtshalber nur eine leichte Dosierung des antiödematösen Triamteren/Bemetizid (Diucomb mild 20/10 mg). Er fühlt sich zunehmend schwindelig und erzählt, dass es in den Fingern kribbelt, die Zunge rau wirkt und er sich schwach fühlt.

Analyse: Die Symptome des Mannes klingen zunächst recht allgemein und schwer greifbar. Auf Nachfrage heißt es, der Magnesiumwert – eine mögliche Ursache für die Schwächesymptome – sei bei der Blutanalyse beim letzten Arztbesuch in Ordnung gewesen. Auch sonst achte er auf genügend Magnesiumeinnahme. Auf Rückfrage, wie lange er das neue Diuretikum nimmt, gibt er drei Tage an. Das Ödem sei zurückgegangen, er solle das Medikament bis weitere zwei Tage nach Rückgang des Ödems einnehmen. Seine Blutdruckwerte seien mittelhoch. Der 60-jährige Patient ist sportlich-aktiv und hatte auf Nachfrage vor seiner Ramipril-Einstellung einen Blutdruck von über 140 mmHg. Sein systolisches Blutdruck-Ziel sei kleiner 140/90 mmHg. Er ist leicht übergewichtig und leidet unter obstruktiver Schlafapnoe, einem Risikoindikator für Bluthochdruck.

Der Einfluss des neuen Medikaments auf kardiale und renale Werte – wie QT-Intervall und eGFR aus Creatinin und Cystatin C – ist dem Apotheker nicht bekannt. Zwar gibt der Patient an, neben dem Bluthochdruck nicht zusätzlich an Komorbiditäten zu leiden, doch muss die Kombinationstherapie der beiden Medikamente in Frage gestellt werden.

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