PTA Reform

ABDA: PTA an der Leine halten   APOTHEKEK ADHOC, 18.09.2019 10:56 Uhr

Berlin - Im August hat das Bundeskabinett das PTA-Reformgesetz (PTA-APrV) beschlossen. Damit will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) unter anderem die Ausbildung neu aufstellen und den PTA größere Kompetenzen einräumen. Dagegen wendet sich jetzt die ABDA in ihrer Stellungnahme. Sie pocht ohne Ausnahme auf den Erhalt der umfassenden Aufsichtspflicht des Apothekers.

Das PTA-APrV sieht vor, dass der Inhaber ganz oder teilweise auf die Beaufsichtigung der PTA verzichten kann. Voraussetzung dafür ist, dass die staatliche Prüfung mindestens mit dem Gesamtergebnis „gut“ bestanden wurde, die PTA mindestens drei Jahre Berufserfahrung hat und seit mindestens einem Jahr in der Apotheke beschäftigt ist. Außerdem muss eine regelmäßige Fortbildung in Gestalt eines Zertifikats einer Apothekerkammer nachgewiesen werden. Ausgenommen sind die Sterilherstellung sowie die Abgabe von Betäubungsmitteln, Arzneimitteln mit teratogenen Wirkstoffen und Einzelimporten. Der Verzicht auf die Beaufsichtigung ist vom Apothekenleiter schriftlich oder elektronisch festzulegen. Dabei hat er auch zu definieren, in welchen Fällen ein Apotheker hinzuzuziehen ist. Erweiterte Kompetenzen im Apothekenbetrieb für PTA seien grundsätzlich limitiert. Eine Vertretung des Apothekenleiters könne nicht in Betracht kommen, heißt es explizit im Entwurf.

„Die ABDA unterstützt das Anliegen der Bundesregierung, das Berufsbild und die Ausbildung der pharmazeutisch-technischen Assistentinnen und Assistenten (PTA) insbesondere im Hinblick auf die geänderten Anforderungen an die Berufsausübung in der Apotheke zu Überarbeiten“, heißt es in der ABDA-Stellungnahme. Allerdings weist die ABDA die vorgesehenen erweiterten Kompetenzen für PTA klar zurück: Die Apothekenbetriebsordnung verpflichte den Apothekenleiter zur persönlichen Leitung der Apotheke in „eigener Verantwortung“. Dieser Verpflichtung könne der Apothekenleiter nicht gerecht werden, wenn PTA in „eigener Verantwortung“ Entscheidungen treffen könnten, ohne dass der Apothekenleiter oder ein Apotheker die Möglichkeit hat, korrigierend einzugreifen, so die ABDA.

Inbesondere sei die Abgabe von Arzneimitteln auf ärztliche Verschreibung „in eigener Verantwortung“ eine Tätigkeit, die verantwortlich dem Apotheker vorbehalten sei. „De facto würden somit Apotheker und PTA hinsichtlich ihrer Verantwortung bei der Ausübung bestimmter pharmazeutischer Tätigkeiten gleichgestellt“, so die Stellungnahme. Mit der Änderung der ApBetrO im Jahr 2012 sei aber die Verantwortung des Apothekenleiters und des Apothekers in diversen Regelungsbereichen ausdrücklich hervorgehoben worden. Dies gelte auch und insbesondere für die Abgabe von Arzneimitteln und damit verbunden die Information und Beratung. „Dem laufen Bestrebungen entgegen, die Berufsausübung der PTA in der Apotheke zu verselbstständigen“, kritisiert die ABDA.

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Coronavirus

Covid-Medikamente

Actemra plus Remdesivir: Studie prüft Corona-Kombi»

Covid-Medikamente

BMG gibt Chloroquin an Bayer zurück»

Im Auftrag der Kammer

Berlin: Alliance verteilt zentral beschaffte Schutzausrüstung»
Markt

Streit um Zulassungsstatus

Opiumtinktur bleibt Rezeptursubstanz»

Packungsrelaunch bei Mylan

Reparil-Gel N: Neue Verpackung»

„deine Apotheke“

Phoenix-Heft ab heute in Apotheken»
Politik

Schlüsse aus der Pandemie

Leopoldina empfiehlt Weiterentwicklung des Gesundheitssystems»

Corona-Maßnahmen

Arzneimittel: Spahns Notfallbeschaffungsverordnung in Kraft»

Bezahlte Pharmazeutische Dienstleistung

BPhD: Apotheken sollen Partydrogen testen»
Internationales

Studien gestoppt

WHO: Aus für Hydroxychloroquin und Chloroquin»

Schweiz

Brandstifter zerstört Apotheke»

Corona-Vakzine

USA bestellen Impfstoff bei AstraZeneca»
Pharmazie

Quualitätsprobleme

Mikrobielle Verunreinigung: Hansaplast muss zurück»

Hochdosiert und tetravalent

Efluelda: Grippeimpfstoff für Menschen ab 65»

Seltenere Applikation

Rivalif: Transdermales Pflaster bei Demenz»
Panorama

Mehrere Kollegen vergiftet

Zolpidem-Kekse: Haftstrafe für Krankenschwester»

Onkologie

Krebs in jungen Jahren: Frauen häufiger betroffen»

Betrieb in Kliniken normalisiert sich

Covid-Stationen wenig besetzt»
Apothekenpraxis

Kemmritz: Anschlussfrist nicht zu halten

Probleme mit Anbietern: Berlin verschiebt Ausgabe von TI-Karten»

Mitgliederversammlungen

Abda-Gesamtvorstand: Entscheidung über DAT»

Diebin zieht erneut blank

„Sehr großer Hintern“: Polizei sucht Apothekendiebin»
PTA Live

Corona-Ausnahmen

PTA-Ausbildung: Abda fordert mehr Freiheiten»

Mecklenburg-Vorpommern

Deutlich weniger PTA-Schüler»

Bedenkliche Ausgangsstoffe Teil 3

Obsolete Rezeptursubstanzen: Chloramphenicol, Steinkohlenteer und Bufexamac»
Erkältungs-Tipps

Wenn der Schädel brummt

Ursachen von Kopfschmerz»

Für Ärzte und medizinisches Personal

Leitlinien: Empfehlungen zur Therapie»

Viren und Bakterien

Wann ist eine Antibiose sinnvoll?»
Magen-Darm & Co.

Besondere Ernährungsformen

Low-carb und Keto: Verzicht auf Kohlenhydrate»

Gut gekaut ist halb verdaut

Mundhöhle: Startschuss für die Verdauung»

Komplikationen im Magen-Darm-Trakt

Blinddarmentzündung: Schmerzendes Anhängsel»
Kinderwunsch, Schwangerschaft & Stillzeit

Gebären während der Pandemie

Covid-19 und Geburt: Kein erhöhtes Infektionsrisiko»

Schwangerschaft und Covid-19

Kein erhöhtes Risiko für Ungeborene»

Wenn die Haut sich hormonell verändert

Schwangerschaftsexanthem – besondere Hautveränderung»
Medizinisches Cannabis

Cannabispreisverordnung

Tilray: „Auch wir haben auf die Änderungen reagiert“»

Die Inhaltsstoffe der Cannabispflanze

THC und CBD: Wo liegen die Unterschiede?»

Teil 1: Rezeptangaben und Sonderfälle

How to: Cannabisrezept»
HAUTsache gesund und schön

Mimikfalten, Krähenfüße & Co.

Hautalterung: Wenn Kollagen und Elastin schwinden»

Vorbereitung und Anwendungstipps

Selbstbräuner: Bräune aus der Tube»

Gut für die Umwelt

Nachhaltige Kosmetik»