ABDA: PTA an der Leine halten

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Berlin - Im August hat das Bundeskabinett das PTA-Reformgesetz (PTA-APrV) beschlossen. Damit will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) unter anderem die Ausbildung neu aufstellen und den PTA größere Kompetenzen einräumen. Dagegen wendet sich jetzt die ABDA in ihrer Stellungnahme. Sie pocht ohne Ausnahme auf den Erhalt der umfassenden Aufsichtspflicht des Apothekers.

Das PTA-APrV sieht vor, dass der Inhaber ganz oder teilweise auf die Beaufsichtigung der PTA verzichten kann. Voraussetzung dafür ist, dass die staatliche Prüfung mindestens mit dem Gesamtergebnis „gut“ bestanden wurde, die PTA mindestens drei Jahre Berufserfahrung hat und seit mindestens einem Jahr in der Apotheke beschäftigt ist. Außerdem muss eine regelmäßige Fortbildung in Gestalt eines Zertifikats einer Apothekerkammer nachgewiesen werden. Ausgenommen sind die Sterilherstellung sowie die Abgabe von Betäubungsmitteln, Arzneimitteln mit teratogenen Wirkstoffen und Einzelimporten. Der Verzicht auf die Beaufsichtigung ist vom Apothekenleiter schriftlich oder elektronisch festzulegen. Dabei hat er auch zu definieren, in welchen Fällen ein Apotheker hinzuzuziehen ist. Erweiterte Kompetenzen im Apothekenbetrieb für PTA seien grundsätzlich limitiert. Eine Vertretung des Apothekenleiters könne nicht in Betracht kommen, heißt es explizit im Entwurf.

„Die ABDA unterstützt das Anliegen der Bundesregierung, das Berufsbild und die Ausbildung der pharmazeutisch-technischen Assistentinnen und Assistenten (PTA) insbesondere im Hinblick auf die geänderten Anforderungen an die Berufsausübung in der Apotheke zu Überarbeiten“, heißt es in der ABDA-Stellungnahme. Allerdings weist die ABDA die vorgesehenen erweiterten Kompetenzen für PTA klar zurück: Die Apothekenbetriebsordnung verpflichte den Apothekenleiter zur persönlichen Leitung der Apotheke in „eigener Verantwortung“. Dieser Verpflichtung könne der Apothekenleiter nicht gerecht werden, wenn PTA in „eigener Verantwortung“ Entscheidungen treffen könnten, ohne dass der Apothekenleiter oder ein Apotheker die Möglichkeit hat, korrigierend einzugreifen, so die ABDA.

Inbesondere sei die Abgabe von Arzneimitteln auf ärztliche Verschreibung „in eigener Verantwortung“ eine Tätigkeit, die verantwortlich dem Apotheker vorbehalten sei. „De facto würden somit Apotheker und PTA hinsichtlich ihrer Verantwortung bei der Ausübung bestimmter pharmazeutischer Tätigkeiten gleichgestellt“, so die Stellungnahme. Mit der Änderung der ApBetrO im Jahr 2012 sei aber die Verantwortung des Apothekenleiters und des Apothekers in diversen Regelungsbereichen ausdrücklich hervorgehoben worden. Dies gelte auch und insbesondere für die Abgabe von Arzneimitteln und damit verbunden die Information und Beratung. „Dem laufen Bestrebungen entgegen, die Berufsausübung der PTA in der Apotheke zu verselbstständigen“, kritisiert die ABDA.

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