Saarland

Rx-Versandverbot: Bachmann schreibt Brief an Spahn APOTHEKE ADHOC, 16.08.2018 13:36 Uhr

Berlin - Die saarländische Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU) hat sich an Parteikollege und Gesundheitsminister Jens Spahn  gewandt, um eine Umsetzung des Rx-Verdsandverbots zu fordern. Wenn es so weitergeht, könne die flächendeckende Versorgung der Bevölkerung durch Apotheken bald nicht mehr gewährleistet werden, warnt die Politikerin.

Gemeinsam mit dem Präsidenten der saarländischen Apothekerkammer, Manfred Saar, hat Bachmann einen Brief an Spahn aufgesetzt. Darin erläutern die beiden dem Bundesminister die Zwecke, die die Preisbindung für verschreibungspflichtige Arzneimittel erfüllt, darunter die Verhinderung eines destruktiven Verdrängungswettbewerbs und die Quersubventionierung von Gemeinwohlaufgaben wie dem apothekerlichen Notdienst und der Herstellung von Rezepturen.

Mit dem EuGH-Urteil vom Oktober 2016 sei die in der Arzneimittelpreisverordnung verankerte Gleichpreisigkeit bei der Abgabe von Rx-Arzneimitteln jedoch nicht mehr gegeben. Die Erfüllung der zuvor genannten Zwecke also auch nicht. Deshalb seien Ministerium und Kammer der Auffassung, „dass die flächendeckende Versorgung der Bevölkerung durch Apotheken – gerade im ländlichen Bereich – aus vielfältigen Gründen zukünftig nicht mehr gewährleistet werden kann“, so die Ministerin in ihrem Brief.

Auch im Saarland müssten immer mehr Apotheken schließen, erstmals seit 1978 gebe es dort weniger als 300. Knapp eine Million Menschen leben im Saarland. „Das europäische Urteil trägt dazu bei, dass diese Entwicklung weiter verstärkt wird.“

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