Overwiening: „Honorarkürzung wäre fatales Signal“

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Berlin - Kurzfristig rollt die nächste Verteilaktion von FFP2-Masken auf die Apotheken zu. Laut Ankündigung von Sozialminister Hubertus Heil und Gesundheitsminister Jens Spahn sollen Hartz-IV-Empfänger zehn Masken erhalten. Die Apothekerverbände begrüßen die Maßnahmen, warnen aber auch vor Preisdebatten.

„Die Versorgung von Grundsicherungsempfängern mit kostenfreien Schutzmasken halten wir für einen richtigen und wichtigen Schritt. Für die Apotheken ist es auch ein Stück gesellschaftliche Verantwortung, sie zu gewährleisten“, so Abda-Präsidentin Gabriele Regina Overwiening. „Genügend Masken gibt es. Wie der Markt aber preislich reagiert, wenn nun noch einmal 50 Millionen hochwertige Schutzmasken zusätzlich gebraucht werden, müssen wir in den nächsten Tagen sehen.“

Vor allem hoffe man, dass die Bedürftigen nun möglichst schnell ihre Berechtigungsscheine bekommen, damit sie versorgt werden können. „Bei den Senioren und Risikopatientinnen hat die Versendung der Coupons bisher nicht im wünschenswerten Tempo geklappt“, so Overwiening.

Forderungen der Politik, das Abgabehonorar von derzeit sechs Euro je Maske zu kürzen, weist die Abda-Präsidentin zurück: „Die Apotheken haben seit einem Jahr ihre ganze Kraft in die Pandemiebekämpfung gesteckt. Trotz Lieferengpässen und Lockdowns haben sie die flächendeckende Arzneimittelversorgung jederzeit gesichert. Im Dezember haben die Apotheken zudem die Herkulesaufgabe angenommen, von einem Tag auf den anderen zig Millionen FFP2-Masken zu beschaffen, vorzufinanzieren und kostenlos an Risikopatienten abzugeben. Dabei haben sie natürlich auf Basis der zugesagten Vergütung kalkuliert. Jetzt inmitten der zweiten Phase der Maskenverteilung über eine abrupte Honorarkürzung zu sprechen, ist für die Kolleginnen und Kollegen ein fatales Signal und erschüttert ihr Vertrauen in die Zusagen der Politik.“

Ähnlich argumentiert Thomas Preis, Vorsitzender des Apothekerverbands Nordrhein (AVNR): „FFP2-Masken tragen maßgeblich zu sinkenden Infektionszahlen bei. Deshalb ist die Entscheidung der Bundesregierung zu begrüßen, auch Sozialhilfe-Empfänger mit kostenlosen FFP2-Masken zu versorgen.“ Gleichzeitig fordere man die Politik auf, zügig eine für alle praktikable Umsetzung in die Wege zu leiten. Denn die Ankündigung habe schon zu ersten Nachfragen in den Apotheken geführt.

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