Neue Hilfstaxe: Apotheker befürchten hohe Verluste

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Berlin - Ende Januar hat die Mitgliederversammlung des Deutschen Apothekerverbandes (DAV) eine Anpassung der Hilfstaxe beschlossen. Diese soll bereits zum 1. März in Kraft treten. Die Arbeitsgemeinschaft Parenterale Zubereitungen (Arge PareZu) kritisiert die Änderungen: „Viele Regelungen der neuen Hilfstaxe gefährden die wohnortnahe, kleinteilige Versorgung mit parenteralen Zubereitungen.“ Probleme bereiten werden laut Arge PareZu vor allem die neuen, rückwirkenden Rabatte auf verschiedene Wirkstoffe. Die könnten Apotheken bis zu 30.000 Euro kosten, schätzt Apotheker Dr. Franz Stadler.

„Gerade kleinere Produzenten werden durch rückwirkende Rabattierungen, zu komplizierte Regelungen und zu niedrige Arbeitspreise in ihrer Existenz bedroht“, fürchtet Stadler. Dabei sind es genau diese zubereitenden Apotheken, die die notwendige Adhoc-Versorgung mit kurzen Transportwegen und unter Einhaltung aller Haltbarkeitsvorgaben der Hersteller überhaupt ermöglichten. Insgesamt könne die faktische Fortschreibung eines ohnehin mangelhaften Schiedsspruches und dessen Anerkenntnis durch den DAV nur „als schwerer Fehler und vertane Chance bezeichnet werden. „Dieses Zwischenergebnis muss als Kapitulation vor den Positionen des GKV-Spitzenverbandes interpretiert werden“, so die Arge PareZu und fordert deshalb eine Neuverhandlung des momentanen Ergebnisses und dringend eine Professionalisierung der Verhandlungsführung mit dem GKV-Spitzenverband.

Die Arge Parezu kritisiert, dass die Arbeitspreise der Hilfstaxe unverändert bleiben, obwohl durch zwei unabhängig durchgeführte Studien gezeigt worden sei, dass der aktuelle Arbeitspreis angesichts der zu erfüllenden qualitativen Ansprüche viel zu niedrig angesetzt sei. Die Arge Parezu fordert eine Anhebung auf einheitlich 130 Euro. Auch beim Thema „Verwürfe“ gebe es keine Fortschritte, obwohl die Umständlichkeit der Prüfung und der Abrechnung der unvermeidbaren Verwürfe in der Vergangenheit in einer Vielzahl von Fällen zu gerichtlichen Auseinandersetzungen geführt habe. Auch weiterhin gibe es kein kassenübergreifendes „Verwurfsrezept“.

Vor allem aber die rückwirkende Gewährung von Rabatten sieht die Arge Parezu als Existenzrisiko für kleinere Apotheken. Laut Anpassung der Hilfstaxe sollen für elf Wirkstoffe rückwirkende Rabatte bis zu 25 Prozent wie für den Wirkstoff Treosulfan eingeführt werden, die teilweise bis zum 15. April 2018 (etwa bei Trastuzumab) zurückgreifen sollen. Aktuell müssen Apotheken für Trastuzumab einen Rabatt von 1 Prozent gewähren. Dieser steigt laut Anpassung der Hilfstaxe auf 10 Prozent rückwirkend zum April 2018. Ab März 2020 soll ein Rabatt von 20 Prozent gelten. Die rückwirkende Erhöhung des Rabatts auf 10 Prozent könne Apotheken bis zu 30.000 Euro kosten, schätzt Stadler.

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