Iges-Gutachterin: VOASG löst Apotheken-Probleme nicht

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Ähnlich kritisch äußerte sich der GKV-Spitzenverband, der sich dafür aussprach, den Apothekenmarkt für neue Versorgungsformen zu öffnen und die Vergütung umzustrukturieren. Die im Gesetzentwurf vorgeschlagenen Regelungen reichten nicht aus, um eine patienten- und zukunftsorientierte Versorgung langfristig sicherzustellen. Die Preisvorschrift berge die erhebliche Gefahr, dass sie mit Europarecht nicht vereinbar sei. Darüber hinaus bestehe mit den vorgesehenen Änderungen die Gefahr, dass die Geltung der gesamten Arzneimittelpreisverordnung (AMPreisV) verloren gehe.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) sieht die jetzt geplante rechtliche Konstruktion als unnötig an. Von den 35 Milliarden Euro, die Apotheken mit rezeptpflichtigen Medikamenten umsetzten, entfielen 1 bis 2 Prozent auf den Versandhandel. Damit bleibe die Vor-Ort-Apotheke die mit Abstand wichtigste Anlaufstelle für Versicherte. Dies werde sich voraussichtlich auch in Zukunft nicht ändern. Fraglich sei, ob die neue Rechtskonstruktion auf europäischer Ebene Bestand habe.

Viele Frage in der VOASG-Anhörung richteten sich an Abda-Präsident Friedemann Schmidt. Auf die Frage nach Abda-Vorschlägen für die geplanten neuen pharmazeutischen Dienstleistungen blieb er allerdings vage. Das Angebot werde sich am Leistungsspektrum der Apotheken orientieren. Beispiele seien Medikationsanalysen, insbesondere für Patienten mit Polypharmazie, sowie therapiebegleitende Leistungen. Auch beim Einsatz des eMedikationsplans seien die Apotheker gefragt. Ob die neuen Dienstleistungen regional oder bundesweit geregelt werden sollten, wurde die Abda gefragt: Schmidt sprach sich für bundesweit einheitliche Regelungen aus. Regionale Vereinbarungen mit Krankenkassen könnten allenfalls ergänzend Sinn machen.

 

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